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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension - Frost & Payne Band 1 von Luzia Pfyl

FROST & PAYNE
                                - die Schlüsselmacherin
                                            

                                                                                        von Luzia Pfyl




Teil 1 - Die Schlüsselmacherin


=[ Harte Fakten ]=
  • Greenlightpress 2016 – Ebook 2,49 €
  • 124 Seiten
 =[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Nachdem Lydia Frost sich von „der Organisation“ abgenabelt hat, führt sie nun eine Agentur, die sich auf die Wiederbeschaffung vermisster und verlorengegangener Gegenstände und Personen spezialisiert hat.
Ihre erste Klientin, Mrs. Payne, beauftragt Frost damit, ihren seit Monaten verschwundenen Ehemann wieder zu finden. Doch Lydia Frost muss ein letztes Mal einen Auftrag von Madame Yueh annehmen und ein wertvolles Buch für sie beschaffen.
Der vermisste Jackson Payne ist allerdings ebenfalls hinter dem Buch her. Unverhofft treffen die beiden aufeinander und finden sich gleich in einem Kugelhagel wieder.

=[ Meine Meinung ]=

Die Geschichte klingt vielversprechend, also habe ich mich auf Frost & Payne gestürzt.


Als erster Teil einer Serie ist Frost & Payne der Autorin gut gelungen. Die Charaktere und einige Schauplätze werden eingeführt.  

Viele Fragen bleiben offen. Einige Handlung werden begonnen und nicht mehr weiterverfolgt.
Da dies ja kein One-Shot ist, sondern eine Serie mit mindestens 12 Teilen werden soll, liegt es nahe, dass viele Handlungsstränge erst später zusammenlaufen oder aufgelöst werden. Doch als Leser häufen sich hier die Fragen, ein paar Hintergrundinfos, z.b. zur "Organisation" oder zu den "Dragons" oder einfach nur zu Lydia Frost wären schon schön gewesen.

Die Charaktere... Ja da bin ich mir noch uneins. Sie wirken schon sehr aufgesetzt. Die Rolle der Frau im viktorianischen Zeitalter ist ja durchaus bekannt (und genauso langweilig). Lydia Frost wirkt schon sehr taff und mit allen Wassern gewaschen und chemisch gereinigt und Jackson Payne setzt sogar noch einen drauf. Pinkerton aus New York, viele Geheimnisse, selbstgedrehte Zigaretten, den harten Spirituosen zugewandt. Es ist völlig klar, dass Hauptpersonen nunmal keine unauffälligen grauen Mäuse sind, die in der Welt nicht zurechtkommen (außer man bedient sich am Antihelden), aber die beiden wirken schon sehr aufgesetzt - nicht zuletzt durch die schlagfertigen Wortgefechte, die sie sich liefern. 
Als Leser stellte ich mir viele Fragen während des Lesens, z.B. Wenn Lydia Frost doch unbedingt weg von der Organisation will, warum macht sie dann in der gleichen Stadt, und offenbar nicht weit davon entfernt, eine Agentur auf? Wenn sie doch bekannt ist als Schlüsselmacherin, warum verhaftet sie dann keiner, wo doch viele von der Agentur wissen?

Ich persönlich achte beim Lesen nicht sehr auf Satzkonstruktionen. Sie sind mir eigentlich egal, wenn sich nicht gerade ein Satz über zwei Seiten zieht, oder jeder Satz mit dem Wort "So" beginnt. Bei Frost & Payne beginnen auffallend viele Sätze mit "Frost" und "Payne". Dabei haben die Charaktere doch (sogar sehr schöne) Vornamen. Wahrscheinlich soll dadurch die Story nochmal etwas härter klingen, aber ich finde es macht die Figuren etwas unnahbar. Das ist aber Sache des Stils und was mir daran nicht gefällt, mag ein anderer lieben.

Der erste Teil ist spannend und ließt sich ohne Holpern mühelos an einem Stück und man ist gespannt wie das ungleiche Duo in der Zukunft agieren wird.

Nach dem ersten Band war ich mir nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen möchte. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen mich bei LovelyBooks dafür zu bewerben und habe diesen auch gewonnen. 

Ich hoffe sehr, dass wir vielleicht noch ein paar Schritte mehr Richtung Steampunk gehen und die Charaktere etwas mehr Tiefe bekommen. Vielleicht wartet im nächsten Band ja schon ein spannender Fall. Die Rezension hierzu folgt.

=[ Wertung: ♥ ♥ ♥  4 von 5 ]=