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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Rezension - Frost & Payne Band 2 von Luzia Pfyl

FROST & PAYNE
                                    - die mechanischen Kinder

                                                                                           von Luzia Pfyl



Teil 2 - Die mechanischen Kinder

=[ Harte Fakten ]=
  • Greenlightpress 2016 – Ebook 2,49 €
  • 109 Seiten
=[ Worum geht’s denn eigentlich? ]=

Lydia Frost nimmt einen neuen und sehr lukrativen Auftrag an: Der Prototyp einer Waffe ist gestohlen worden und muss nun in wenigen Tagen wiederbeschafft werden. Da soll er nämlich dem Duke vorgeführt werden. Zeitgleich wird wieder eine Leiche aus der Themse gefischt, wieder ein Kind mit mechanischem Körperteil. Madame Yueh macht der jungen Frost ein Angebot, das diese nicht ausschlagen kann und schließlich wird dem Observatorium noch mit einem Bombenanschlag gedroht. Es ist viel los in London und Frost und Payne haben alle Hände voll zu tun.

=[ Meine Meinung ]=

Ich finde den zweiten Teil deutlich schwächer als „Die Schlüsselmacherin“.

Bevor ich Band 2 gelesen habe, haben mich der Titel und vor allem das Cover sehr neugierig gemacht. Alles war so düster und was mag es wohl mit den mechanischen Kindern auf sich haben?

Dann wurde ich leider etwas enttäuscht, denn der Titel hat eigentlich nur wenig mit der Story zu tun. In einer Zwischensequenz begleiten wird kurz ein solches Kind, aus der Themse wird auch wieder eine Leiche mit mechanischen Körperteilen gefunden, aber das wars dann leider auch schon. Warum ist denn ein Schiff auf dem Cover?

Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhänger, aber anstatt Spannung kommt eigentlich dadurch das Gegenteil auf. Fragen über Fragen häufen sich und werden einfach nicht beantwortet, stattdessen bekommen wir einen weiteren Schnipsel von irgendwas, und im nächsten Kapitel wird leider nicht darauf eingegangen. Bei einer Serie, die sowieso monatlich erscheint, muss nun wirklich nicht auch noch jedes Kapitel ultraspannend enden. Ein paar Antworten wären mir persönlich lieber gewesen. So hat man als Leser das Gefühl, einfach nur bei der Stange gehalten zu werden.

Die Charaktere sind mir etwas zu oberflächlich und agieren unlogisch. Payne ist auf der Suche nach seiner Tochter, hat dafür sogar in Kauf genommen, seine Frau für lange Zeit zu verlassen ohne ihr eine Nachricht zu schicken. Und dann plötzlich interessiert die verschwundene Tochter niemanden mehr. Bei einer verschwundenen Tochter setzt man doch Himmel und Hölle in Bewegung, aber das wurde mit „die Polizei konnte nichts tun“ abgetan. Wahrscheinlich weil dieser Handlungsstrang die Serie aufrecht erhalten soll. Finde ich persönlich etwas schwierig. Logischer wäre es doch, volle Kraft voraus nach dem Mädchen zu suchen. Vor allem, wenn der Verdacht nahe liegt, dass sie vielleicht die nächste sein könnte, die mit künstlichen Körperteilen die Themse hinabtreibt.
Madame Yuhe und Michael Chos Reaktionen haben mich total verwirrt, weil ich die beiden wohl völlig falsch eingeschätzt habe.

Der Fall mit dem Prototyp war etwas zu einfach, finde ich. Die Auflösung, das Motiv... da hätte man doch noch viel viel mehr daraus machen können, vielleicht in diesem Fall sogar die Handlung etwas mehr strecken können. Schade ist auch, dass zum Prototyp keine Informationen vorliegen, im technischen Sinne. Wie funktioniert denn diese Technik, die Tesla da entwickelt hat? Wie funktioniert der Aethercom? Das sind ja gerade die interessanten Infos, die das Steampunk Genre auszeichnen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Serie oder Teil 2 der Serie schlecht sind. Es ist nur einfach nicht mein Fall. 

Weitere Rezensionen zeigen, dass Frost & Payne durchaus beliebt sind und ich bin mir sicher, die Serie wird noch viele weitere Anhänger finden.

Ich persönlich werde sie aber wohl nicht mehr weiter verfolgen. Mir sind viele Informationen und Hintergründe wichtig, ich mag ausgeschmückte Szenerien oder Techniken.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, die beiden zu begleiten und ich Wünsche Miss Frost und Mr Payne bei ihren Ermittlungen viel Erfolg ;]


=[ Wertung: ♥ ♥ ♥ 3 von 5 ]=


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension - Frost & Payne Band 1 von Luzia Pfyl

FROST & PAYNE
                                - die Schlüsselmacherin
                                            

                                                                                        von Luzia Pfyl




Teil 1 - Die Schlüsselmacherin


=[ Harte Fakten ]=
  • Greenlightpress 2016 – Ebook 2,49 €
  • 124 Seiten
 =[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Nachdem Lydia Frost sich von „der Organisation“ abgenabelt hat, führt sie nun eine Agentur, die sich auf die Wiederbeschaffung vermisster und verlorengegangener Gegenstände und Personen spezialisiert hat.
Ihre erste Klientin, Mrs. Payne, beauftragt Frost damit, ihren seit Monaten verschwundenen Ehemann wieder zu finden. Doch Lydia Frost muss ein letztes Mal einen Auftrag von Madame Yueh annehmen und ein wertvolles Buch für sie beschaffen.
Der vermisste Jackson Payne ist allerdings ebenfalls hinter dem Buch her. Unverhofft treffen die beiden aufeinander und finden sich gleich in einem Kugelhagel wieder.

=[ Meine Meinung ]=

Die Geschichte klingt vielversprechend, also habe ich mich auf Frost & Payne gestürzt.


Als erster Teil einer Serie ist Frost & Payne der Autorin gut gelungen. Die Charaktere und einige Schauplätze werden eingeführt.  

Viele Fragen bleiben offen. Einige Handlung werden begonnen und nicht mehr weiterverfolgt.
Da dies ja kein One-Shot ist, sondern eine Serie mit mindestens 12 Teilen werden soll, liegt es nahe, dass viele Handlungsstränge erst später zusammenlaufen oder aufgelöst werden. Doch als Leser häufen sich hier die Fragen, ein paar Hintergrundinfos, z.b. zur "Organisation" oder zu den "Dragons" oder einfach nur zu Lydia Frost wären schon schön gewesen.

Die Charaktere... Ja da bin ich mir noch uneins. Sie wirken schon sehr aufgesetzt. Die Rolle der Frau im viktorianischen Zeitalter ist ja durchaus bekannt (und genauso langweilig). Lydia Frost wirkt schon sehr taff und mit allen Wassern gewaschen und chemisch gereinigt und Jackson Payne setzt sogar noch einen drauf. Pinkerton aus New York, viele Geheimnisse, selbstgedrehte Zigaretten, den harten Spirituosen zugewandt. Es ist völlig klar, dass Hauptpersonen nunmal keine unauffälligen grauen Mäuse sind, die in der Welt nicht zurechtkommen (außer man bedient sich am Antihelden), aber die beiden wirken schon sehr aufgesetzt - nicht zuletzt durch die schlagfertigen Wortgefechte, die sie sich liefern. 
Als Leser stellte ich mir viele Fragen während des Lesens, z.B. Wenn Lydia Frost doch unbedingt weg von der Organisation will, warum macht sie dann in der gleichen Stadt, und offenbar nicht weit davon entfernt, eine Agentur auf? Wenn sie doch bekannt ist als Schlüsselmacherin, warum verhaftet sie dann keiner, wo doch viele von der Agentur wissen?

Ich persönlich achte beim Lesen nicht sehr auf Satzkonstruktionen. Sie sind mir eigentlich egal, wenn sich nicht gerade ein Satz über zwei Seiten zieht, oder jeder Satz mit dem Wort "So" beginnt. Bei Frost & Payne beginnen auffallend viele Sätze mit "Frost" und "Payne". Dabei haben die Charaktere doch (sogar sehr schöne) Vornamen. Wahrscheinlich soll dadurch die Story nochmal etwas härter klingen, aber ich finde es macht die Figuren etwas unnahbar. Das ist aber Sache des Stils und was mir daran nicht gefällt, mag ein anderer lieben.

Der erste Teil ist spannend und ließt sich ohne Holpern mühelos an einem Stück und man ist gespannt wie das ungleiche Duo in der Zukunft agieren wird.

Nach dem ersten Band war ich mir nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen möchte. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen mich bei LovelyBooks dafür zu bewerben und habe diesen auch gewonnen. 

Ich hoffe sehr, dass wir vielleicht noch ein paar Schritte mehr Richtung Steampunk gehen und die Charaktere etwas mehr Tiefe bekommen. Vielleicht wartet im nächsten Band ja schon ein spannender Fall. Die Rezension hierzu folgt.

=[ Wertung: ♥ ♥ ♥  4 von 5 ]=