Sonntag, 14. Juni 2020

Rezi: Das Kosmotop

Das Kosmotop 

von Andreas Brandhorst



[ Um was geht es eigentlich? ]

Die ferne Zukunft: Die Galaxis wird von intelligenten außerirdischen Zivilisationen regiert – und die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Einer der letzten Menschen, ein Mann, der sich schon seit Jahrhunderten selbst immer wieder geklont hat, ist inzwischen zum Berater der galaktischen Regierung aufgestiegen. Als auf der alten Erde ein seltsames Artefakt gefunden wird, soll er ermitteln, was es damit auf sich hat. Es birgt, das wird bald klar, das Geheimnis der Zukunft des Universums …


[ Meine Meinung ]

Ein klassischer Fall von: Aber der Klappentext war doch SO GUT!

Und der Rest für mich leider etwas enttäuschend. Ich kenne bisher noch keinen Sci-Fi-Roman von Andreas Brandhorst. Aber das war für mich irgendwie eine Art Fehlgriff.

Schon der Anfang … die Liebe des Protas zu der andersartigen Außerirdischen natürlich prompt mit Sexszene, muss das sein? Sowas schreckt mich komplett ab. Finde ich schrecklich. Abgesehen davon war es dann auch gleich verwirrend, dann etwas langweilig und es wurde irgendwie nicht zu dem Buch, für das ich es gehalten hätte.
Aber ich muss auch sagen, dass ich bisher wenig Science Fiction gelesen habe, zumindest in diesem Stil.
Die Charaktere wirken irgendwie generisch, die Story ist konfus bis langweilig. Dann kommen wieder Aufzählungen von unbekannten Worten...

 Ich weiß in dem Fall auch nicht, was ich noch sagen soll. Es tut mir unfassbar leid, denn ich hatte einfach mehr oder was anderes erwartet. Leider kann ich hier keine Leseempfehlung geben.

Rezi: Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
von H. G. Parry



[ Worum geht's denn eigentlich? ]

Schon sein ganzes Leben lang hat der ebenso liebenswerte wie chaotische Literaturdozent Charley Sutherland versucht, seine einzigartige Begabung vor der Welt zu verbergen: Er kann Figuren aus Büchern zum Leben erwecken! Das ist toll, wenn es sich dabei um Pu den Bären handelt, und kompliziert, wenn plötzlich der Hund der Baskervilles in deinem Vorgarten sitzt. Nur Charleys Bruder Rob weiß von seiner Gabe. Deshalb läuten bei dem etwas biederen Anwalt auch sämtliche Alarmglocken, als er eines Nachts einen Anruf von Charley erhält und dieser ihm gesteht, er habe Uriah Heep, den Schurken aus Charles Dickens’ Meisterwerk »David Copperfield«, freigelassen. Und der hat nichts Geringeres im Sinn als das Ende der Welt. Gemeinsam versuchen Charley und Rob, Uriah zurück in den Roman zu verbannen, bevor er größeres Unheil anrichten kann. Doch dabei stoßen sie auf ein dunkles Geheimnis ...

[ Meine Meinung ]

Uff. Uriah Heep und ich. Eine Geschichte von enttäuschter Erwartung, literarischen Verwirrungen und der schließlichen Aufgabe.
Anfangs war es eigentlich echt spannend. Rob erzählt eine Menge aus seiner Vergangenheit und seiner Beziehung zu Charley. Aber irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich das erste mal gestutzt habe. Eine literarische Figur sagte mir so gar nichts. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass die Autorin diese erfunden hatte. Okay. Weiter gings.
Ich traf dann auf die Klassiker, Holmes, Grey und alles in allem hatte es immer mehr den Anschein, als handle es sich um eine Fanfiction aus "Fables", eine Comicreihe, in der Fabelwesen im Exil leben.

Leider passiert eigentlich auf den ersten paar hundert Seiten auch so rein gar nichts. Alles ist langweilig, langatmig und selbst Dorian Grey mit seinen hacking Skills konnte mich einfach nicht überzeugen.

Eine Freundin meinte schließlich, dranbleiben würde sich lohnen. Sie wäre einfach ein paar hundert Seiten weiter gesprungen und plötzlich wars wieder spannend.
Und da muss ich sagen, komme ich an einen Punkt, an dem ich sagen muss...nee.
Ich muss nicht hundert Seiten in einem Buch überspringen und hoffen, dass es gut werden muss.

Ich verstehe, was die Autorin bezwecken wollte. Eine Liebeserklärung an die klassischen literarischen Figuren. Die sind aber entweder voll Klischee, oder so konstruiert, dass ich ihr das nicht abnehmen kann. Es hätte auch alles auf 300 Seiten gesagt werden können und nicht künstlich gestreckt werden müssen. Damit hat sie sich und den Lesern keinen Gefallen getan.
Ich würde das Buch für Liebhaber der klassischen Literatur empfehlen. 
Tolle Idee, leider für mich nicht wirklich gut umgesetzt.

Ein gutes hatte es jedoch: jetzt habe ich richtig Lust, Oliver Twist zu lesen.

Rezi: Zauberklingen

Zauberklingen

von Joe Abercrombie



  [ Worum geht's denn eigentlich? ]

In einer Welt, in der der sprichwörtliche Dolch im Rücken gerne wörtlich genommen wird, ist es gefährlich ohne Verbündete. Das spürt nicht nur der Soldat Leo dan Brock, der an der erbittert umkämpften Grenze Anglands auf die Hilfe des Königs wartet. Auch Savine dan Glokta, Tochter des meistgehassten Mannes der Union, muss auf ihrem Weg an die Spitze der Gesellschaft erkennen, dass Wille allein noch keine Macht sichert. Und während neue Kräfte Chaos stiften, erhebt sich auch die alte Magie noch einmal, als die Häuptlingstochter Rikke mithilfe einer verrückten Hexe ihre eigenen Zauberkräfte zu entdecken beginnt. Doch zu welchem Preis

[ Meine Meinung ]

Mein erster Abercrombie! Und ich dachte jahrelang, der Mann heißt Abercombie! Verdammt!
Naja egal... 
Wo fangen wir an...
Was ich vorher wusste: Die Bücher MÜSSEN genial sein.
Was ich festgestellt habe: Das Buch ist genial!

Und warum, will ich nun versuchen euch zu erklären, dabei war mein erster Leseversuch alles andere als erfolgreich. Im Moment ist meine Freizeit sehr knapp bemessen und ich habe nun festgestellt, dass es irgendwie auch darauf ankommt, wann man einem Buch begegnet. Zauberklingen kam in einer Phase, in der ich den Kopf zu voll hatte. Ich habe ein paar Seiten gelesen und es dann wieder weggelegt. 
Abercrombies Stil ist jetzt nicht hyper anspruchsvoll, aber ich habe auch gemerkt, dass es irgendwie nicht ging. Ich konnte mich auf diesen Stil und diese Welt und diese Namen nicht einlassen.
Das änderte sich beim zweiten Versuch und diesmal war ich drin. 

Nach 50 Seiten war ich schon in drei verschiedenen Szenarien und hatte mehr Personen kennengelernt, als auf meiner Hochzeit waren. Und daran muss man sich wohl bei Abercrombie gewöhnen. Ich muss sagen, dass ich diesen Sprung zwischen den Szenarien gar nicht mehr so mag wie früher. Denn zu oft nutzen die Autoren diesen für miese Cliffhanger aus, die dann zum Teil erst im nächsten Band aufgelöst werden. ABER diese Sprünge hier sind ziemlich gut gemacht. 
Sie passen zusammen, sind nicht übertrieben und fügen sich ganz wunderbar zu einer Geschichte zusammen.

Durch Zufall bin ich im lokalen Bücherschrank auf "Racheklingen" und "Kriegsklingen" gestoßen und habe ihnen sofort ein neues Zuhause gegeben. 
Joe Abercrombie ist für mich ein Must-Read Autor geworden und ich kann jedem die Bücher, oder Zauberklingen im Speziellen, nur ans Herz legen.

Tolle Fantasy, phantastische Charaktere, spannender Plot und alles handwerklich super gemacht!

Was mir auch als alter Zitatesammler positiv auffiel: Hier gibt es wirklich schöne, aussagekräftige Zitate, philosophisch anmutend und wenig Phrasen.

Da hat mich mein Instinkt nicht getäuscht - super Buch unbedingt kaufen (und nicht über die deutsche Übersetzung des Titels schimpfen, dazu gab's bei Twitter schon Debatten)


Freitag, 20. März 2020

Tagebuch eines Killerbots

Tagebuch eines Killerbots 
von Martha Wells



[ Klappentext ]

In der fernen Zukunft hat sich die Menschheit in der gesamten Galaxis ausgebreitet. Interstellare Megakonzerne haben mithilfe von seelenlosen Kampfrobotern alles unter ihre Kontrolle gebracht. Einer dieser Bots wurde nun ausgemustert und soll ein Team von Wissenschaftlern auf ihren gefährlichen Missionen beschützen. Also ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Bot, um ein eigenes Bewusstsein zu erlangen und über die eigene Rolle im Universum nachzudenken …

[ Meine Meinung ]

Hm. Ein Buch, das meine Meinung definitiv spaltet. Ich wollte es unbedingt und absolut haben und lesen und hatte dann sofort am Anfang dermaßen Einstiegsprobleme, dass ich es wieder weggelegt und ein paar Wochen später von neuem begonnen habe.

Auch da hat es eine Zeit gedauert, bis ich richtig warm wurde. Es fällt mir schwer, es zu rezensieren, aber dennoch bemühe ich mich. Ich habe mehrere Nächte drüber geschlafen und mir überlegt, was ich am besten schreiben soll.

Ich hatte irgendwie das Gefühl, oder eher das Bedürfnis, das Buch mit "Der Marsianer" zu vergleichen. Irgendwie ist der Humor und der Stil sehr ähnlich, wie ich finde. Mit dem Unterschied: Im Marsianer bekommt man als Laie alles erklärt, hier habe ich ein paarmal blöd geschaut, weil ich überhaupt nicht wusste, was die Autorin von mir will. Sie setzt Sci-Fi Wissen voraus, aber warum? Als Leser fühlt man sich dann etwas blöd. Würde sie alles aber für Einsteiger erklären, würden sich die hart gesottenen Sci-Fi Fans empören. Das Genre ist in dieser Hinsicht ziemlich kompliziert.
Eigentlich lese ich gerne mal Science Fiction, Space Operas und ähnliches, aber ich möchte als Leser weitestgehend auf technisches Geschwafel verzichten. Ich werde den Plot nicht mit Miniaturen nachstellen und auch nicht die Hypersprünge mathematisch und physisch nachvollziehen. Es ist mir schlicht und ergreifend egal, warum Triebwerk XY ausgefallen ist.  Huch, ich verrenne mich...

Naja zurück zum Killerbot.  

Ich habe auch gehört, dass das Buch im Englishen SO VIEL BESSER sein soll. Leider muss ich sagen, es hat mir zwar gefallen, aber es hat mir nicht so sehr gefallen, dass ich mir das alles auf englisch nochmal geben muss. Offenbar ist die Geschichte im Original in vier Teilen erschienen und wurde im Deutschen in einem Roman zusammengefasst. Das erklärt meine anfängliche Verwirrung. Ein paar Szenen gleichen sich, natürlich, wenn man es als einzelne Geschichten betrachtet, ist das nicht mehr so tragisch.

Insgesamt muss ich sagen, es passiert nicht wirklich viel, aber die Idee ist so genial, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. An den Marsianer, mit dem ich das Buch ja anfangs verglichen hatte, kommt Martha Wells trotzdem bei weitem nicht heran. 

Rezi: Krieg und Kröten

Krieg und Kröten
Die FROST-Chroniken 1

Von Susanne Pavlovic





[Klappentext]

Yuriko Mandorak Doragon Frost, Siegelmeister, Feuerbeschwörer, Freund der Kröten und Bezwinger der Schicksalsschlange, war nur mal kurz Tabak holen. Als er nach fünf Jahren in seine Heimatstadt zurückkommt, hat man ihn vergessen.
Dann taucht Arkadis auf und trägt ein Zaubersiegel auf der Zunge, dessen Rätsel Yuriko nicht ergründen kann. Yuriko wird von seiner Schülerin Galina entführt - gleich mehrfach. Die neuerliche Reise soll die Lösung des Siegelrätsels erbringen und Yuriko möglichst nicht das Leben kosten. Kein einfaches Unterfangen angesichts von feindlichen Zauberinnen, wüster Wildnis und seiner wütenden zukünftigen Exfrau.

[Meine Meinung]

Wie der Name des Protagonisten schon vermuten lässt, hat Yuriko ein bewegtes Leben hinter sich. Als er in seine Heimat zurückehrt stellt er fest, dass aber noch jede Menge Abenteuer von ihm liegen.
Vor dem Leser liegen zu diesem Zeitpunkt 600 Seiten Spannung, Kämpfe und eine abenteuerliche Reise mit außergewöhnlichen Figuren:
Siegelmeister Yuri, ein in die Jahre gekommener Schwerenöter; seine ehemalige Schülerin Galina, der er noch Geld schuldet und die/der rätselhafte Arkadis, die/der durch ein Siegel auf der Zunge nicht mehr sprechen kann.
Auch wenn hier nicht die üblichen Fantasy-Stereotypen abgebildet werden, kann man schon sagen, dass gewisse Klischees verwendet wurden. Häufig sind es, gerade in Animes und Mangas, die etwas in die Jahre gekommenen Meister, die jedem Rockzipfel hinterherschauen. Yuriko scheint auch immer interessiert am anderen Geschlecht, teilweise mit sehr unpassenden Kommentaren. Obwohl er sich zu einer bestimmten Frau hingezogen fühlt, lässt er nichts anbrennen. Er lässt auch keine Gelegenheit aus, sich ständig zu entblößen. Gerade gegen Ende des Buches wird immer wieder seine Nacktheit (ob selbst- oder unverschuldet) erwähnt. Meine Meinung nach etwas zu oft, denn die ersten paar Momente mögen noch witzig gewesen sein, aber auch dieser Gag ist irgendwann tot. Das Ergebnis: Yuriko wirkt wie ein alter, unangenehmer Lüstling, der er eigentlich gar nicht ist.
Galina gefällt mir ganz gut, auch wenn sie meines Erachtens zu wenig Initiative ergreift. Erst zum Schluss macht sie aus ihren umständlichen Röcken eine Hose, obwohl sie von Anfang an dem typischen Rollenbild entspringen will.
Arkadis erweckt leider den Anschein, dass mit aller Gewalt die Diversität ins Buch gehämmert werden musste. Ganz davon abgesehen, dass Arkadis ja schreiben konnte, hätte er/sie die ganze Zeit über erklären können, wer oder was sie/er ist. Mit Ende und der Auflösung des Rätsels ist das Geschlecht von Arkadis eigentlich völlig egal gewesen. Zumindest erweckt es nicht den Anschein, dass es für Folgebände relevant wäre. Eine kleine Liebesgeschichte wirkt dadurch leider aufgesetzt und hinterlässt beim Leser eher Fragezeichen statt Gefühl.
Das sind die kleinen Schwächen, die mich aber jetzt nicht so sehr gestört haben, um dem Buch eine schlechte Bewertung zu geben. Dem gegenüber steht eine aberwitzige Abenteuerreise, die durchweg spannend und actionreich ist.
Die Story an sich ließt sich eigentlich ehr wie eine Serie. Es gibt sehr viele Spannungsbögen, Höhepunkte und Wendungen. Nicht zuletzt viele witzige Dialoge, Situationen und natürlich gibt es einen heimlichen Liebling - Meister Padda!
Es gefällt mir sehr gut, dass hier etwas Augenmerk auf Kröten gelegt wird, und auch Padda, ein Kröter, ein Seelentier und Vertrauter sein kann. Oft sind das ja außergewöhnlich schöne Tiere wie Füchse, Eulen und so weiter.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sie die Autorin hier entschieden hat, nicht den klassischen 19-jährigen Schönling als Protagonisten zu wählen, sondern den etwas älteren und erfahrenen Yuri, der auch schon einmal den Bauch einziehen muss und sich gelegentlich an seine physischen Grenzen bringt. Das gibt es leider immer noch recht selten, denn es ist so herrlich anders und erfrischend.
Auch das Setting an sich ist gelungen, die Kämpfe nicht langweilig, oder langatmig. Die Siegelmagie gefällt mir wirklich gut und sie lässt viel Spielraum für zukünftige Episoden. 
Man hätte also auch sehr gut eine Miniserie darauf machen können, anstelle eines 600-Seiten-Wälzers. Ich bevorzuge ja lange Bücher, hier hätte es sich aber angeboten, das Buch zu splitten. Vielleicht um mehr Leser anzusprechen.
Im Großen und Ganzen hat mir alles sehr gut gefallen und ich bleibe Yuri und Padda treu und freue mich schon auf den nächsten Band.

Dienstag, 25. Februar 2020

Rezension: Der Ruf der Klingen

Der Ruf der Klingen von Brandon Sanderson


Oder das Flüstern der enttäuschten Erwartungen. Oder, die etwas andere Rezension

Für mich ein sehr schweres Buch, um es zu rezensieren. Zum einen, weil ich mich in der Reihenfolge vertan habe und eeeewig gebraucht habe, um die fehlenden Seiten (über tausend) nachzuholen. Zum anderen, weil hier ganz klar deutlich wird, warum man Bücher, die eigentlich ein Buch sind, nicht in zwei Teile zerreißen sollte. Nie war es offensichtlicher als bei „Der Ruf der Klingen“.

Brandon Sandersons Stormlight Archive ist ein epischer Fantasyzyklus, der bis jetzt noch nicht beendet ist. Drei Bände sind im englischen Original bereits erschienen:



1. Way of Kings

2. Words of Radiance

3. Oathbringer


Im Deutschen hat man nun Folgendes gemacht.

Aus „Way of Kings“ wurden „Der Weg der Könige“ und „Der Pfad der Winde“;

Aus „Words of Radiance“ wurden „Die Worte des Lichts“ und „Die Stürme des Zorns“;

Aus „Oatchbringer“ wurden „Der Ruf der Klingen“ und „Die Splitter der Macht“.


Der Verlag ist wirklich hergegangen und hat ein Buch zersägt in zwei Hälften. Ich habe sowohl das englische Original als auch die deutsche Hardcover Ausgabe Zuhause. Und ich kann sagen: Auch wenn es viele Seiten sind, es IST möglich, das in einer schönen Hardcover Ausgabe zusammenzufassen. Bei der roten Ausgabe vom Herrn der Ringe war es ja offensichtlich auch möglich.

Jetzt ist aber folgendes passiert. Brandon Sanderson schreibt sehr bildgewaltig. Charaktere und Szenarien bauen sich langsam auf. Es wird viel aus der Vorgeschichte erzählt, eine gewisse Atmosphäre herrscht. Zusätzlich wird nicht linear erzählt, sondern wir begleiten verschiedene Charaktere auf ihrer Reise. Es ist also üblich, dass sich ein richtiger Spannungsbogen erst aufbaut, wenn diese Charaktere aufeinandertreffen, bzw., die Erzählstränge wieder zusammenlaufen. Und natürlich ist das nicht im ersten Drittel der Fall, auch nicht in der ersten Hälfte, sondern in diesem Fall in der zweiten Hälfte – die ist aber nun ein ganz anderes Buch, nämlich die zerschnittene zweite Hälfte „Die Splitter der Macht“.

Das erweckt natürlich den Anschein, als würde in „Der Ruf der Klingen“ gar nicht viel passieren und so ist es auch. Viele kreiden das nun dem Autor an, der aber absolut nichts dafürkann, wenn ein deutscher Verlag sein Buch auseinandernimmt.

Es ist also hier ein lose-lose Geschäft.

Verloren hat der Autor, denn sein Buch wurde auseinandergerissen und er muss nun ungerechte schlechte Rezensionen und Bewertungen hinnehmen.

Verloren hat der Leser, denn er hat sich auf eine spannende Fortsetzung gefreut hat und nun den ersten Teil eines Buches bekommt, der zugegebenermaßen ohne den zweiten Teil als nichtssagend und langweilig wirkt.

Verloren hat der Verlag, denn wenn man eingefleischter Fan ist, wird man dann die Folgeteile für je 17 Euro nicht mehr kaufen.

Warum man sowas macht weiß ich nicht. Aber es ärgert mich, denn ich muss jetzt ehrlicherweise sagen, dass es bisher das schwächste Buch der Reihe ist, obwohl es ja nur der erste Teil eines Buches ist.

All ihr Leser, die noch nicht soweit seid, oder die sich für die Reihe interessieren: Bleibt dran, es ist leider wie es ist, aber es wird besser.

(Danke an das Bloggerportal für die Geduld und das Rezensionsexemplar)

Donnerstag, 16. Januar 2020

Rezension : Battle Mage - Kampf der Magier

Battle Mage - Kampf der Magier

Peter A. Flannery

[ Klappentext ]

Die Welt steht am Abgrund, denn die übermächtige Armee der Besessenen überrennt ein Königreich nach dem anderen. Die Einzigen, die sie aufhalten können, sind die Kampfmagier auf ihren majestätischen Drachen. Doch das Bündnis zwischen Drachen und Menschen ist schwach geworden. Zu wenige Drachen antworten noch auf den Ruf der Magier, und die meisten von ihnen sind schwarz. Und jedes Kind weiß, dass schwarze Drachen gefährlich sind. Schwarze Drachen sind verrückt. Falco Dantes Vater, ein tapferer Kampfmagier, fiel selbst dem Wahnsinn einer solchen Kreatur zum Opfer, und sein Verlust hat Falcos ganzes Leben geprägt. Als die Armee der Besessenen auf seine Heimat zumarschiert, trifft Falco eine folgenschwere Entscheidung: Er wird in die Fußstapfen seines Vaters treten …

[ Meine Meinung ]

Battle Mage ist ein positives Beispiel, dass man Drachen, Magie, ein bisschen (Familien-)Drama in einen Roman packen kann, ohne kitschig und austauschbar zu wirken.

Das Buch ist von vorne bis hinten gut gewesen. Die Story hat mich mitgerissen und die Charaktere sind so ausgearbeitet, dass man leidet und laut "nein" schreit und sich freut und jubelt.

Ich dachte, es wäre ein typischer Drachenroman, wurde hier aber eines besseren Belehrt und kann das Buch nur empfehlen. Die vielen Seiten fliegen nur so dahin und ich konnte wenig pausieren, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Falco weitergeht und wie er sich entscheidet.

Toller Fantasyroman! Ich freue mich wirklich schon auf die Fortsetzung.

Überhaupt muss ich gerade mal feststellen, dass sehr viele "Kracher" in letzter Zeit von Heyne kamen. Während einige Verlage derzeit auf die typischen Elemente setzen, die sich gut verkaufen, wie zB Game of Thrones anmutende Geschichte, fand ich bei Heyne in den letzten Büchern immer etwas neues, Innovatives und mutiges. Der Verlag hat sich in kurzer Zeit wieder in mein Hirn teleportiert und ich werde nun gezielt nach Büchern aus dem Heyneverlag Ausschau halten. Beweihräucherung ende.

Kaufempfehlung für Battle Mage!