Donnerstag, 17. Mai 2018

Rezension: Der Vagant

Der Vagant

von Peter Newman



=[ Harte Fakten ]=

- Cross Cult 2017
- 16 Euro
- 420 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Ein einsamer Wanderer. Ein Schwert. Ein Kind.

In einer postapokalyptischen Fantasy-Welt macht sich der namenlose Vagant mit einem Säugling im Arm auf die Reise. Sein Ziel: die letzte Zuflucht der Menschheit. Dorthin soll er ein mächtiges Schwert bringen. Die einzige Waffe, die den dämonische Ursupator vernichten kann. (Amazon)

=[ Meine Meinung ]=


Wow! Also also Vagant, sein Baby und seine Ziege hatten mich von Anfang an!

Der Schreibstil des Autors ist anders, als alles, was ich zuvor gelesen habe und ich fand ihn unheimlich toll. Er ist sehr ausschweifend, episch. 
Dadurch, dass der Vagant nicht spricht, wird viel mit Mimik und Gestik gearbeitet und als Leser hat man das sofort vor Augen. 

Starke, originelle Charaktere und eine noch originellere Welt in der sie sich bewegen, machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Mehr als einmal musste ich schmunzeln, war aber auch mehr als einmal traurig. Eine tolle Geschichte wird hier erzählt. 

Ab und an springen wir in die Vergangenheit und so nach und nach wird deutlich, wer der Vagant ist und warum er so ist. 

Was super gut rüber kommt ist die düstere Welt. Von Anfang an ist die Stimmung drückend, was das alles unfassbar glaubwürdig erscheinen lässt.

Es muss nicht immer die epische Queste mit gutaussehenden, makellosen Helden sein.

Kleiner Kritkpunkt, man hätte nicht alles übersetzen müssen. Neu-Horizont zum Beispiel. Da hätte man den Originalnamen (sicher Neo-horizon oder New-horizon) schon beibehalten können.

Ich kann auch durchaus verstehen, dass das Buch nicht jedermanns Sache ist. Viele werden über den schwülstigen Schreibstil des Autors stolpern.

=[ Fazit ]=

Jetzt schon eines meiner Jahreshighlights

=[ Wertung: 5 von 5 ]=

Rezension: Der Tote in der Kapelle

Der Tote in der Kapelle

von Elizabeth Edmondson



=[ Harte Fakten ]=

- Goldmannverlag 2018
- Taschenbuch 10,00 Euro
- 416 Seiten


=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

England 1953: Nach einer Verletzung im Einsatz wird Geheimagent Hugo Hawksworth an den Schreibtisch versetzt. Nur widerwillig begibt er sich ins Kriegsarchiv im ländlichen Selchester, befürchtet er doch, sich in seiner neuen Stelle zu langweilen. Doch kaum ist er auf Selchester Castle angekommen, weckt ein rätselhafter Fall Hugos Neugier. In einer stürmischen Winternacht vor sieben Jahren verschwand der Earl of Selchester spurlos, und jetzt wird bei Renovierungsarbeiten in der Schlosskapelle sein Skelett entdeckt. Die Behörden wollen die Akte eilends schließen und küren einen Toten zum Täter. Doch Hugo wähnt den wahren Mörder noch unter den Lebenden und begibt sich mit der burschikosen Freya, der Nichte des Earls, auf die Suche ...(Amazon)

=[ Meine Meinung ]=

Jaaa, eigentlich liebe ich ja viktorianische Krimis. Dieser hier spielt 1953 aber er klang so gut: Ein frustrierter Ermittler, eine plötzliche Leiche, ein Provinzkaff und ein Herrenhaus. Das ist alles nichts Neues, aber ich dachte, vielleicht erwartet mich ja hier noch die ein oder andere Überraschung. 

Bekommen habe ich - wie auf dem Klappentext beworben, eine Mischung aus Agatha Christie und Downtown Abbey. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt ein paar Geheimnisse, die Handlung plätschert solide vor sich hin und am Ende wundert sich keiner so wirklich über die Auflösung.

Ein solider Krimi also, aber leider auch nicht mehr. Da haben es einige einfach besser vorgemacht.


=[ Fazit ]=

Kein Schlechter Krimi, aber andere machen es einfach besser

=[ Wertung: 3 von 5  ]=

Freitag, 11. Mai 2018

Rezi: Die Dämonenkriege

Die Dämonenkriege

von Michael Hamannt


"Magie hat eben ihren Preis" - Ryk






"Es sind unsere Fehler, die uns daran erinnern, wer wir nicht sein wollen" - Ryk

=[ Harte Fakten ]=

- Heyne Verlag 2018
- 14,99 Euro
- 752 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Einst waren sie die Schrecken der Menschen, dann wurden sie von den Ersten Magiern verbannt: Dämonen. Nun, tausend Jahre später, sind sie zurückgekehrt. Und es liegt allein in den Händen von vier Helden, ob am Ende Licht oder Dunkelheit herrscht.
Ein Dämonenjäger, getrieben von Rache
Ein Prinz, aller Macht beraubt
Eine Assassine, verflucht für alle Zeiten
Und eine Halbdämonin, gezeichnet von der Dunkelheit

=[ Meine Meinung ]=

Das Buch hat mich buchstäblich bei der Entbindung begleitet haha! Ich musste es unbedingt anfangen und habe es mit ins Krankenhaus genommen. Schließlich habe ich es im Wochenbett beendet.

Und ich bin begeistert!

Eine gelungene Mischung aus "Das Lied der Dunkelheit" (vom Wechsel der Perspektiven) und "Die Dämonenakademie". Fans von diesen Werken ist dieses Buch hier unbedingt zu empfehlen. Ich muss ja auch gestehen, ich habe eine Schwäche für Wälzer. Mich schreckt eine hohe Seitenanzahl nicht ab, im Gegenteil. Ich freue mich dann, denn viele Seiten bedeutet oft, viel Hintergrundgeschichte und schön viel Zeit, um darin richtig zu versinken.

Hier wurde ich nicht enttäuscht und meine Lieblinge, Ryk und vor allem aber Prinz Ishan waren gleich gefunden und festgelegt. Auch die Damen der Geschichte sind starke Persönlichkeiten und haben einen tollen Charakter bekommen. 

Es wirkt anfangs relativ brutal, aber der Autor weiß auch genau, welche Knöpfe er zu drücken hat, um selbst den Opfern der Geschichte ein Gesicht zu geben. 

Etwas, das man sich hätte sparen können, sind wohl die Zeit und Datumsangaben an jedem Kapitelbeginn. Ich zumindest bin ein Mensch, der sich das nicht merkt. Leider findet man das in viel zu vielen Büchern. Meistens habe ich diese Zeile gar nicht gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. 

Ganz nett am Anfang und Ende des Buches sind die Karten, die ich tatsächlich dieses Mal zu Rate gezogen habe. 

Band 2 erscheint übrigens am 10. September 2018 und ich kann's kaum erwarten!

=[ Fazit ]=

Endlich wieder richtig gute Fantasy!

=[ Wertung: 5 von 5 ]=


"Nur Narren, wie wir es sind, würden dieses Land freiwillig betreten" - Ryk

Samstag, 28. April 2018

Rezension: Maschinenwahn

Maschinenwahn

von Carmen Capiti




=[ Harte Fakten ]=

- books2read 2016
- Taschenbuch 10,00 Euro
- 234 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Eine betäubte Frau landet auf dem Behandlungstisch von Sams illegaler Arztpraxis. Sein Auftrag lautet, ihren Körper durch zahlreiche Cyberprothesen zu modifizieren. Doch mitten in der OP erwacht die Frau aus ihrer Narkose und flieht. Sams Klient zeigt nun sein wahres Gesicht: Sollte er die Unbekannte nicht wiederfinden und seinen Auftrag zu Ende führen, droht ihm der Tod. Eine mörderische Hetzjagd beginnt …Was zählt ein Menschenleben in einer Welt des Maschinenwahns? (amazon)

=[ Meine Meinung ]=

Im Rahmen der Maschinenschmerz-Challange hat mir die liebe Carmen Capiti ein Exemplar des ersten Bandes "Maschinenwahn" zukommen lassen - welches ich gleich verschlingen musste, weil ich so neugierig war.

Der Einstieg ist super und das Buch flog mit einer Leichtigkeit nur so dahin. Sam wächst einem irgendwie sofort ans Herz und auch die anderen Charaktere sind gut entwickelt.  

In der Tat ist es so spannend, dass man sofort weiterlesen muss. Auf der anderen Seite erweckt dies leider auch den Eindruck, dass etwas durch die Story gesprintet wird. Was wirklich schade ist, denn ich bin sicher, hier wird noch einiges auf uns zukommen! 

Es wäre also in meinem Interesse, das ganze noch etwas "zu strecken", bzw. es ruhig langsamer angehen zu lassen, da bleibt mehr Zeit zum genießen. Wir sind uns hier alle einig, dass das Meckern auf hohem Niveau ist.


=[ Fazit ]=

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

=[ Wertung: 4 von 5 ]=

Rezension: Der Unsichtbare

Der Unsichtbare

von H.G. Wells




=[ Harte Fakten ]=

- Mantikore Verlag 2018
- Taschenbuch 13,95 Euro
- 330 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Ein junger Wissenschaftler entschlüsselt das Geheimnis, wie man unsichtbar wird. Zunächst ist er begeistert von seiner neuen Entdeckung, doch als er das Experiment an sich selbst durchführt, wird ihm klar, dass unsichtbar sein nicht heißt, unangreifbar zu sein. In seiner Verzweiflung sehnt er sich nach einer Möglichkeit, den Prozess umzukehren, und landet in einem kleinen Dorf, wo er meint, dass er in Frieden arbeiten kann. Als sein Geheimnis jedoch auffliegt, beginnt eine Abwärtsspirale des Schreckens und der Gewalt.
Was zunächst schon fast komödienhaft beginnt, verwandelt sich in Wells‘ bahnbrechendem Roman alsbald in eine psychologischen Albtraum, der auch nach mehr als 100 Jahren seine Wirkung nicht verfehlt und die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt. (mantikoreverlag.de)

=[ Meine Meinung ]=
Schon viel gehört und doch niemals gelesen. "Der Unsichtbare" ist ein echter Klassiker und sollte fast zu den vergessenen Büchern zählen *am Kinn kratz*
Die Story klingt jedenfalls spannend und so hab ich mich endlich mal rangetraut an diesen Klassiker. Leider wurde ich - wie wahrscheinlich viele andere - enttäuscht. Spannung kommt kaum auf, weil wir einfach 2018 zu abgestumpft sind. Okay, da ist jemand unsichtbar - so what? In Comics, Comicverfilmungen und auch anderen Fantasy und Horrorwerken schon gefühlt tausendmal behandelt, ist das Thema auch einfach durch. Man darf aber nicht vergessen, dass es damals heftig war. Oh mein Gott der ist unsichtbar! 
Deshalb reagieren die Personen im Roman auch teilweise total bekloppt oder sind erstaunt oder verlassen in Horror fluchtartig das Gebäude.
Früher konnte man irrationales Verhalten oder Jähzorn einfach noch mit "Wahnsinn" erklären. Und scheinbar hat dann auch keiner mehr so recht nachgefragt. Heute unvorstellbar. 
So ganz wird die Motivation von Griffin nicht klar, zumindest mir nicht. Und einen "psychologischen Albtraum" habe ich nun auch nicht erlebt. Man muss sich einfach wirklich in die Zeit zurückdenken, Ende der 1890er Jahre.
Was vor über 100 Jahren wahrscheinlich als der heiße Scheiß gehandelt wurde, kann heute keinen mehr schocken. Naja doch, es ist schockierend langweilig im Vergleich zu modernen Horrorromanen. 
Ein paar Illustrationen gibt es auch und meiner Meinung nach sind sie ausreichend, haben einen schönen Stil und werten das Buch auf jeden Fall auf. Am Anfang eines jeden Kapitels ist ein Portraitbild des Unsichtbaren zu sehen. Da hätte man sicher auch variieren können, aber das stört mich persönlich jetzt nicht so wahnsinnig. 
Eine Anmerkung noch: Vor der eigentlichen Geschichte ist ein Vorwort gedruckt. Ich muss sagen, ich lese grundsätzlich keine Vorwörter, weil ich dadurch schon mal gespoilert wurde und das ist hier wohl auch etwas der Fall. Dieses Vorwort habe ich sogar gar nicht gelesen, weil ich es dann einfach vergessen habe. Upsi.
Zusammenfassend kann ich sagen: Ein Buch, das damals sicher mehr eingeschlagen ist.  Heute leider sehr eingestaubt und langweilig. Ein paar gute Ideen waren dennoch vorhanden und auch sehr interessante Fragen was die Unsichtbarkeit betrifft wurden beantwortet. Deshalb gibt es von mir 2,5 Herzchen 
=[ Fazit ]=
Leider ist "Der Unsichtbare" nicht gut gealtert.
=[ Wertung: 2,5 von 5 ]=

Freitag, 27. April 2018

True Crime Week - Jack the Ripper

=[ TRUE CRIME - Wer war Jack the Ripper ]=


********
ACHTUNG – Auf meinem Blog sind die Fotos der Leichen zu sehen. Wer das nicht möchte, der möge bitte weiter scrollen, oder den Artikel hier auf Facebook lesen ********

(Der Einfachheit halber habe ich die wichtigsten Punkte im Ripper-Fall für euch zusammen gefasst.
Dieser Artikel ist auch keines Falls vollständig, er soll einen groben Überblick geben, über das, was damals geschehen ist. Würde man alles detailliert beschreiben wollen, könnte man – wie so mancher bereits getan – Bücher füllen.)


=[ ]=

Die Liste an Verdächtigen und Beweisen in dem wohl bekanntesten ungelösten Kriminalfall ist schier unendlich.

Schon viele Jahre verfolgt mich dieser Fall. Einerseits, weil ich generell an Kriminalfällen (oder auch ungelösten Kriminalfällen) interessiert bin, andererseits, weil ich ein reisen Sherlock Holmes- und London-Fan bin – wie könnte mich also der Fall von Jack the Ripper kalt lassen? 2009 habe ich sogar meine Facharbeit darüber geschrieben und gehalten und seitdem ich tiefer in die Materie eingetaucht bin, komme ich wohl nicht mehr heraus. 2010 begab ich mich dann selbst auf die Spuren des Serienkillers und suchte die Orte in London auf, sprach mit dem bekannten Verfasser einiger JtR Sachbücher Donald Rumbelow und machte mir selbst ein Bild. Natürlich sind die „Tatorte“ über hundert Jahre später nicht mehr als solche zu erkennen, dennoch läuft es einem mancherorts kalt den Rücken herunter.

Wer war der Mann, der im Sommer 1888 das Leben so vieler Frauen beendete und wie konnte er so lange unerkannt bleiben?

Werfen wir einen Blick zurück.

=[ London 1888 ]=

London damals und heute sind kaum vergleichbar. Im East-End lebten zu jeder Zeit die Ärmsten der Armen. Menschen schliefen oft zu acht in einem Raum, mussten sich von Müll und Unrat ernähren und ihr Wasser mit den Tieren aus Tränken teilen. Viele waren obdachlos, krank und kämpften ums Überleben. Die Sterblichkeitsrate der Kinder war damals sehr hoch, die Hygienischen Bedingungen eine Katastrophe und der Gestank auf den Straßen heute kaum vorstellbar. Während in vielen anderen Vierteln von London Wohlstand herrschte, oder sich zumindest eine Mittelklasse etabliert hatte, lebte das Londoner East-End parallel nebenher in größter Armut.

Prostitution war weit verbreitet und wurde mehr oder weniger geduldet.

Die Polizei war damals nicht halb so gut aufgestellt, wie die Bevölkerung verlangte und als die Rippermorde im August 1888 begannen, wurde sich die Metropoliltan Police einer hoffnungslosen Überforderung gewahr. Eine Mordserie wie diese hatte es zuvor nie gegeben, die wenigen Polizisten die im Einsatz waren, waren nicht ausgebildet, einen Serienmörder zu fassen. Sie verpassten ihn immer und immer wieder – auch um Sekunden oder Minuten. Dazu kam, dass sich die Presse überschlug. Der Fall von dem Prostituiertenmörder, der sich selbst „Jack the Ripper“ nannte, erlangte internationale Bekanntheit und der Druck auf die Londoner Polizei wurde noch mehr erhöht. Mit jedem weiteren Opfer wurde der Vertrauen der Bevölkerung in die Recht- und Ordnungshüter weniger und schon bald hatten die Polizisten nicht nur damit zu kämpfen, sich die Presse vom Leib zu halten, oder Jack the Ripper zu fassen, sondern auch damit, sich in der Bevölkerung wieder einen Namen zu machen. Dies endete schließlich in hektischem Aktionismus und die Polizei nahm unzählige Verdächtige fest, darunter auch berühmte Persönlichkeiten wie ein deutscher Maler. Im November 1888 stoppten die Morde plötzlich. Doch sie sollten die Allgemeinheit und die Ermittler bis dato begeistern und auf Trab halten.


=[ Die Opfer ]=

Es gibt 5 „kanonische“ Opfer, die Jack the Ripper zugeschrieben werden, da sie sich in Art, Schwere der Verletzungen und der Örtlichkeit der Leichenfunde ähneln.


1. Mary Ann („Polly“) Nichols

Datum und Zeit des Mordes: Freitag, 31. August 1888

Ort: Buck's Row (heute Durward Street)

Verstümmelung: Bauch aufgeschlitzt







2. Annie Chapman

Datum und Zeit des Mordes: Samstag, 8. September 1888

Ort: Hanbury Street

Verstümmelung: Uterus entfernt






3. Elizabeth Stride

Datum und Zeit des Mordes: Sonntag, 30. September 1888

Ort: Duffield's Yard, Kreuzung Berner Street (heute Hentriques Street)

Verstümmelung: keine




4. Catherine Eddowes

Datum und Zeit des Mordes: Sonntag, 30. September 1888

Ort: Mitre Square

Verstümmelung: Uterus entfernt, Niere entfernt, Verstümmelung im Gesicht



5. Mary Jane Kelly

Datum und Zeit des Mordes: Freitag, 9. November 1888

Ort: Miller's Court (in ihrem Zimmer)

Verstümmelung: Herz entfernt, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt



=[ Die Presse und Nachrichten von Jack the Ripper ]=

25.September 1888 "Dear Boss Letter"
Ging im Central News Office London der „Dear Boss Letter“ ein und sollte dem Killer einen Namen geben, der ihm bis heute geblieben ist.




Dear Boss, 25. Sept.1888
I keep on hearing the police have caught me but they wont fix me just yet. I have laughed when they look so clever and talk about being on the right track. That joke about Leather Apron gave me real fits. I am down on whores and I shant quit ripping them till I do get buckled. Grand work the last job was. I gave the lady no time to squeal. How can they catch me now. I love my work and want to start again. You will soon hear of me with my funny little games. I saved some of the proper red stuff in a ginger beer bottle over the last job to write with but it went thick like glue and I cant use it. Red ink is fit enough I hope ha. ha. The next job I do I shall clip the ladys ears off and send to the police officers just for jolly wouldn't you. Keep this letter back till I do a bit more work, then give it out straight. My knife's so nice and sharp I want to get to work right away if I get a chance.
Good Luck.

Yours truly

Jack the Ripper

Dont mind me giving the trade name

PS Wasnt good enough to post this before I got all the red ink off my hands curse it. No luck yet. They say I'm a doctor now. ha ha

Übersetzung:

Lieber Boss,
mir kommt ständig zu Ohren, die Polizei hätte mich geschnappt, aber sie wird mich jetzt noch nicht fangen. Ich habe gelacht wenn sie so clever aussehen und darüber reden auf der richtigen Fährte zu sein. Dieser Witz über "Leder Schürze" hat mich richtig zum Lachen gebracht. Ich bin hinter Huren her und ich werde nicht aufhören sie aufzuschlitzen, bis ich gefasst werde. Der letzte Job war gute Arbeit. Ich habe der Dame keine Zeit zum Schreien gegeben. Wie können sie mich jetzt schnappen? Ich liebe meine Arbeit und will wieder loslegen. Sie werden bald von mir und meinen kleinen lustigen Spielchen hören. Ich habe etwas von dem guten roten Zeug vom letzten Job in einer Ginger Bierflasche aufbewahrt, um es als Tinte zu benutzen, aber es wurde dick wie Kleister und ich kann es nicht mehr benutzen. Rote Tinte tut´s auch, hoffe ich, ha ha. Beim nächsten Mal schneide ich der Lady die Ohren ab und schicke sie den Polizisten, nur so zum Spaß, das würden Sie doch auch tun, oder? Halten Sie diesen Brief zurück, bis ich noch ein bisschen fleißiger war, dann veröffentlichen Sie ihn. Mein Messer ist so schön und scharf, ich will gleich wieder an die Arbeit gehen, wenn sich die Chance dafür ergibt.
Viel Glück.

Ihr ergebener

Jack The Ripper

Macht ihnen doch nichts aus, dass ich mir diesen Markennamen gebe

PS: Habs leider nicht geschafft, den Brief zu versenden, bevor ich die ganze rote Tinte von meinen Händen hatte. Verflucht. Kein Glück bisher. Sie sagen jetzt alle ich wäre ein Arzt. ha ha.


30. September 1888 - „Goulston Street Graffito“

Kein wirklicher Brief, aber eine Nachricht fand sich am besagten Tag in der Goulston Street, an der Wand über einem Stück Schürze (das, wie später herausgefunden Teil von Catherine Eddowes Kleidung war. Ein Satz wurde mit Kreide an die Wand geschrieben und lautete wie folgt:

"The Juwes are the men that will not be blamed for nothing"

Viel diskutiert, viel interpretiert und dabei ist vor allem unklar, wie die Nachricht nun wirklich lautete, den offenbar hatten mehrere Menschen unterschiedliche Versionen dieser Nachricht notiert. Ich lass das mal so stehen.



1. Oktober 1888 - "Saicy Jack Postcard"
In der Central News Agency geht diese Karte ein. Man nennt sie „Saucy Jack Postcard“.




Inhalt:

I was not codding dear old Boss when I gave you the tip. You'll hear about Saucy Jacky's work tomorrow. Double event this time. Number one squealed a bit. Couldn't finish straight off. Had not time to get ears for police. Thanks for keeping last letter back till I got to work again.


Jack the Ripper

Übersetzung:

Ich habe keine Witze gemacht mein lieber alter Boss, als ich ihnen den Tipp gab. Sie werden morgen von "Saucy Jacky's" Arbeit hören. Doppelevent dieses Mal. Nummer Eins hat etwas gequiekt. Konnte nicht richtig fertig werden. Hatte keine Zeit, Ohren für die Polizei abzuschneiden. Vielen Dank, dass sie den letzten Brief zurückgehalten haben, bis ich wieder an die Arbeit ging.

Jack the Ripper


16. Oktober 1888 - "From Hell Letter"



George Lusk (Bürgerwehr Whitechapel) bekam an jenem Tag ein ganz besonderes Päckchen. Enthalten war eine menschliche Niere, sowie ein blutbefleckter Brief von Jack the Ripper.

Inhalt des Briefes:

From hell
Mr Lusk Sor
I send you half the Kidne I took from one woman and prasarved it for you tother piece I fried and ate it was very nise. I may send you the bloody knif that took it out if you only wate a whil longer
signed
Catch me when you can Mishter Lusk

Übersetzt (abgesehen von Grammatik und Schreibfehlern)

Aus der Hölle
Mr. Lusk Sir,
ich schicke Ihnen die halbe Niere die ich aus einer Frau genommen und für sie konserviert habe. Das andere Stück habe ich angebraten und gegessen war sehr gut. Vielleicht schicke ich Ihnen das blutige Messer mit dem ich sie herausschnitt wenn Sie nur noch eine Weile länger warten.
gezeichnet

Fangen Sie mich wenn Sie können Mister Lusk

=[ Die Verdächtigen ]=

Es wurde wild hin und her verdächtigt, tausende Menschen kontrolliert, hunderte verhaftet, verhört und wieder freigelassen. Hier ist eine unvollständige Liste der Verdächtigen nur um zu verdeutlichen, wie breit das Spektrum gefächert war.

Walter Sickert, deutscher Maler

Lewis Caroll, Autor von Alice im Wunderland

Oscar Wilde, Autor

Michael Ostrog, russischer Arzt und Sträfling

Joseph Carey Merrick, der "Elefantenmensch"


=[ Weitere Vorfälle ]=

Neben den kanonischen 5 gibt es noch weitere Morde, die gut und gerne Jack the Ripper angerechnet werden könnten, da sie zeitlich etwa auch in die Mordserie einzuordnen sind.

Martha Tabram (gest. 7. August 1888)
Verstümmelung: Mehrere Stiche in die Lunge, Brustbein durchtrennt

Rainham Torso (gefunden Mai 1887)
Ein Torso, der aus der Themse geborgen wurde
Verstümmelung: Alle Gliedmaßen und Kopf entfernt

=[ ]=

Zusammenfassend lässt sich sagen, der Fall „Jack the Ripper“ hat nicht nur 1888 für viel Wirbel gesorgt, sondern bietet auch heute noch Stoff für Romane, Dokumentationen und Attraktionen. Gerade weil die Beweise so flapsig gesammelt und archiviert wurden, der Stand der Kriminaltechnik damals einfach noch nicht ausreichend war und der Mörder sich so dreist verhalten hat, über er so eine große Faszination für alle Crime-Fans aus. Vieles wäre anders gelaufen, hätten Methoden zur DNA Analytik damals schon existiert. Für mich, auch wenn ich Presse und Berichte verfolge, wird der Fall immer ungelöst bleiben. Sonst würde ich ihn mir ja komplett entzaubern lassen.


Bleibt die Frage...wenn Sherlock Holmes gelebt hätte – hätte er Jack the Ripper fassen können?

Diese Frage, werde ich euch morgen noch einmal stellen!

Meine persönliche Literaturempfehlung für alle Interessierte und angehende Ripperologisten (alle mehr oder weniger wissenschaftlich belegt):

- The ultimate Jack the Ripper Sourcebook (ISBN: 978-1-84119-452-3)

- Das Tagebuch von Jack the Ripper (ISBN: 978-3-40471-500-8)

- Jack the Ripper – Anatomie einer Legende (ISBN: 978-3-86189-753-8)

- Wer war Jack the Ripper? (ISBN: 3-455-09365-5)

- Die Homepage www.jacktheripper.de



Quellen: Literatur wie in der Empfehlung, persönliche Aufzeichnungen, www.jacktheripper.de
Bildquellen: www.jacktheripper.de, Google


=[ Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ]=