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Montag, 9. April 2018

Rezension: Ætherhertz

Ætherhertz (Ætherweld 1)

von Anja Bagus





=[ Harte Fakten ]=


- Edition Roter Drache 2017

- Taschenbuch 14,95 Euro
- 320 Seiten


=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Seit der Jahrhundertwende steigt grüner Nebel über den Flüssen auf. Æther ist für die Industrie ein Segen, für die Menschen ein Fluch. Luftschiffe erobern den Himmel, Monster bevölkern die Auen.

Wir schreiben das Jahr 1910: Im mondänen Baden-Baden scheint die Welt noch in Ordnung. Doch während die Kurgäste aus aller Welt durch die Alleen und den Kurpark flanieren, sterben junge Frauen an einer mysteriösen Vergiftung.
Das Fräulein Annabelle Rosenherz versucht die Ursache herauszufinden und gerät dabei selbst in große Gefahr, denn sie hat schon lange ein Geheimnis. Als sie der Wahrheit zu nahe kommt, nimmt man sie gefangen. 
Auf den finsteren Höhen des Schwarzwalds verliert sie fast ihren Verstand und es entscheidet sich, ob Annabelle sich selbst akzeptieren kann, und ihre erste Liebe stark genug ist, den Widerständen der Gesellschaft zu trotzen. (Amazon)

=[ Meine Meinung ]=


Vielen vielen Dank Anja Bagus für das Rezensionsexemplar!!


Das Buch sieht echt super toll aus und die Schrift ist so klein, man hätte es locker auf das Doppelte strecken können :P


Gleich zu Anfang kommt man gut in die Szenerie herein und auch Annabelle ist auf Anhieb sympathisch und man hat sofort ein Bild von ihr vor Augen.


Herausragend ist für mich schon, dass es sich hier um einen Steampunkroman handelt, der in Deutschland spielt und auch wenn ich noch nicht in Baden-Baden war, kenne ich doch den Schwarzwald und kann mir alles sehr gut vorstellen.


Bisher habe ich schon einige Steampunk Bücher gelesen, doch nur die wenigsten haben mich umgehauen. Oft ist es doch entweder Einheitsbrei oder der Autor will auf Nummer sicher gehen und lässt berühmte Persönlichkeiten auftauchen (was ja auch nicht schlimm ist).


Ætherhertz hat mich in dem Sinne umgehauen, dass ich sofort in der Ætherweld präsent war. Die Autorin hat es geschafft, die Umgebung und Umstände so gut und subtil zu beschreiben, dass man nicht einfach irgendwo hinein geschmissen wird, sondern dass sich die große Kulisse langsam, verständlich und konstant vor einem aufbaut und man Seite für Seite tiefer eintaucht.


Ohne daraus so schnell wieder herauszukommen. Schon zu Beginn war klar: Für dieses Buch will und muss ich mir Zeit nehmen. Ich muss es genießen und alles in mir aufsaugen.


Annabelle Rosenherz ist ein herrlich erfrischend klischeeloser Charakter. Sie verhält sich angemessen, nicht kopflos und gezwungen, was klar macht, dass hier nicht die Autorin die Geschichte lenkt, sondern einfach nur erzählt. Und das macht richtig Spaß!


Geschickt werden hier Steampunk- und Krimielemente verknüpft, wobei nichts zu kurz kommt und das alles spielt dann auch noch in Deutschland. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit diesem Buch nur an der Oberfläche kratzen konnte und Anja Bagus noch einige Fortsetzungen im Repertoire hat. Diese werden nun früher oder später (eher früher) auch bei mir einziehen!


Für mich nicht nur ein Steampunk Highlight, sondern auch ein heißer Anwärter auf die Jahreshighlightliste!


=[ Fazit ]=


Eines der besten Steampunk-werke, die ich bisher gelesen habe! Für Genre-Einsteiger ein super Werk!


=[ Wertung: 5 von 5 ]=

Rezension: Florence Fanning und die Steampirates

Florence Fanning und die Steampirates

von Jo Romic




=[ Harte Fakten ]=

- independently published 2018
- Taschenbuch 7,99 Euro
- 211 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Florence Fanning und die Steampirates ist der Beginn einer Steampunk / Abenteuer Serie. Viel Spaß mit dem ersten Band! Inhalt: Die 24-jährige Florence Fanning lebt in dem kleinen Dorf Chandler Bridge, das am Rande der alten Monarchie Heavendawn liegt. Als ihre Heimat von den monströsen Steampirates angegriffen wird und dabei ihre Mutter ums Leben kommt, beschließt sie ihren verschollenen Vater zu suchen. Auf dieser Reise begegnet sie der rebellischen Quinn, die Florence bei ihrem Vorhaben hilft und sich mit ihr gegen alle Widerstände stellt. Gemeinsam finden sie sich zwischen furchteinflößenden Monstern und kampflustigen Steampirates wieder. Ob Florence ihren Vater finden kann? (Amazon)

=[ Meine Meinung ]=

Vielen lieben Dank, Jo Romic für das Rezensionsexemplar! :D

Über das Cover muss man nicht viel Worte verlieren. Es ist toll und sieht hochwertig aus! Hier hätte man ein paar Details einbauen können, wie z.B. beim Steampirate oder bei den Luftschiffen, aber das wären Fleißbildchen :P

Florence ist eine typische Klischeeprotagonistin für Abenteuer/Steampunkromane. Ihre Haare sind rot, ihr Vater verschwunden und sie hat eine Vertrauensperson, die sie in irgendeiner Kampftechnik unterrichtet. Außerdem schraubt sie gerne an Maschinen herum. 

Das ist richtig schade, denn im Grunde startet dieses Buch somit, wie jedes Videospiel XY, ohne jetzt spoilern zu wollen. Bis Florence auf ihre Quest geht, um ihren Vater zu finden, dauert es gefühlt auch sehr lange. Und ich kann euch gar nicht mal sagen wieso. Sie trifft bald auf Quinn, die leider auch nur vor Klischees strotzt und der Bösewicht ist auch X aus Y. 

Fairerweise muss man sagen, dass sich die Geschichte dennoch sehr gut liest und ich das Buch in einem Zug durchgelesen habe. Das Ende bietet Stoff für weitere Abenteuer. Ich bin mir sicher, meinem Teenager/Kinder-Ich hätte das Buch sehr sehr gut gefallen, weil es sich doch etwas vom Mainstream abhebt und einfach und gut zu lesen ist. 

Die Dialoge sind gut, die Geschehnisse flüssig und es sind Kampfszenen und Wendungen vorhanden.

Etwas, das mich sehr irritiert hat: Man hat so im zweiten Drittel des Buches immer mal Wörter fett gedruckt, leider völlig unpassend. Erst dachte ich, vielleicht ist es ähnlich wie bei "Ein Meer aus Tinte und Gold" eine versteckte Botschaft...aber leider sind es nur eine Hand voll fett gedruckter Wörter. Hier hätte man besser auf die Auswahl dieser Highlightwörter achten können.

Für mich leider nicht wirklich ein Steampunk-Roman. Ich würde es als Abenteuerroman mit Steampunk-Elementen bezeichnen, was keinesfalls negativ gemeint ist. 

=[ Fazit ]=

Nach all der Kritik lässt sich nun sagen, dass ich das Buch für Kinder und Jugendliche gelungen finde, die mal etwas anderes als das typische für ihr Alter lesen wollen. Ich hätte mir als Kind so ein Buch auf jeden Fall gewünscht und mich voll mit Florence identifiziert. Aus diesem Blickwinkel betrachtet gebe ich


=[ Wertung 4 von 5 ]=

Montag, 20. November 2017

Rezension: Der Hüter

Der Hüter : Stadt der Tiefe

von Jasmin Jülicher







=[ Harte Fakten ]=
- self published 2017
- Taschenbuch 12,90 Euro
- 328 Seiten

=[ Klappentext ]=

Biota – Die Stadt, die nach dem Großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen zusammen mit ihren Erinnerungen ausgelöscht wurde. 
Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf, die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint … 
Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?


=[ Meine Meinung ]=

Als die Anfrage kam, war ich sofort Feuer und Flamme! 

Da ich riesen Fan von Bioshock und Steampunk bin, war klar, ich muss diese Anfrage annehmen, auch wenn ich eigentlich gar keine Zeit habe. Und als ich das Cover dann gesehen habe, war es um mich geschehen!

Tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht! Was mir wirklich gut gefallen hat, war die Unterwasserstadt, ähnlich aufgebaut wie Rapture bei Bioshock. Es kam mir nie wie ein "Abklatsch" vor, denn die Autorin hat hier viele eigene Ideen eingebracht. 

Wir begleiten den obersten Hüter von Biota, Alex, der bisher ein ruhiges Leben unter dem Meeresspiegel geführt hat. Doch plötzlich passiert ein Mord nach dem anderen und es ist klar, der Verdächtige muss ein Einwohner der Unterwasserstadt sein. Zusammen mit Biologin Nic beginnt der Hüter zu ermitteln und stößt auf Abgründe, die er sich niemals hätte träumen lassen.

Gut gefallen hat mir die ganze Atmosphäre. Die ist der Autorin besonders gut gelungen und so konnte man gleich zu Beginn abtauchen. Als Bioshock Fan wusste ich ja schon in etwa, was auf mich zukommt. Für einen Außenstehenden wirkt eine Stadt unter Wasser vielleicht noch etwas atemberaubender. Charaktere und Umgebung sind genau richtig ausreichend beschrieben und entwickeln sich gut. 

Was mir leider gar nicht gefallen hat, waren die ständigen Anspielungen auf berühmte Persönlichkeiten. Zufällig bezeichne ich mich als Ripperlogist, denn ich bin seit meiner Jugend sehr vernarrt in das Thema Rippermorde. Deshalb habe ich die Namen der Opfer natürlich auch sofort erkannt, sowie die Parallelen der Morde. Unpassenderweise wurde dann auch noch Sherlock Holmes, Conan Doyle und Tesla eingeflochten. 

Viel besser hätte mir eine Anlehnung ohne Erwähnung dieser Persönlichkeiten gefallen, oder vielleicht nur Andeutungen. Ich denke einfach Biota und Conan Doyle sind zu weit weg. Deshalb ziehe ich ein Herz ab. 

Dennoch hat mich das Buch hervorragend unterhalten und ein paar Twists gab es auch. Gegen Ende wurde es etwas viel, man hatte den Eindruck, die Autorin wollte immer noch einen drauf setzen. Etwas weniger hätte es an dieser Stelle auch getan. 

Ein gelungenes Debut auf hohem Niveau, gut lektoriert und vor allem das Cover ist herausragend!!

Ich kann nicht anders, als 4 von 5 Sternen zu geben!

=[ Fazit ]=

Wie Bioshock - nur ganz anders

=[ Wertung: 4 von 5 ♥♥♥♥ ]=

Donnerstag, 13. April 2017

Rezension: Windjäger

Windjäger
                                   von Jim Butcher



=[ Harte Fakten ]=
  • Blanvalet Taschenbuch – 2016 
  • 9,99 €
  • 768 Seiten
  • ISBN: 978-3734160004


=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Ein giftiger Nebel zwingt die Menschen in Türmen zu leben. Als ein Krieg unvermeidbar wird und Turm Alberion angegriffen wird, bricht eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf, um die Gegner auszuspähen. Mit dabei, Luftschiffkapitän Grimm, ein durchgeknallter Ätheriker, und eine sprechende Katze.




=[ Meine Meinung ]=

Ein wunderbares Fantasy-Steampunk-Werk! ♥ Als ich mich letztes Jahr über Steampunk Werke informiert habe, stand das auf einer Liste. Und zufällig habe ich es in einem Buchladen gefunden mit einem Sonderpreis 6 Euro Aufkleber und habs sofort mitgenommen.
Und ich war überrascht und überwältigt! Es ist von Anfang an toll!

Jim Butcher erschafft hier eine Steampunk-Welt, ohne die ausgelutschten Klischees, sondern völlig anders. Die Menschen leben auf Berggipfeln in Türmen, es gibt Luftschiffe, und Ätherkristalle, die sie antreiben. Und das ohne tausend Zahnräder, irgendwelche Tesla-Maschinen und Zylinder und Schweißerbrillen.

Es ist irgendetwas zwischen Steampunk und Fantasy, hat meine Erwartungen völlig übertroffen und mich von Anfang bis Ende gefesselt. Dabei hatte ich kurzzeitig Angst, wegen des niedrigen Preises. Dieses Buch hat es nicht verdient, verramscht zu werden!

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und entsprechen nicht so ganz den Stereotypen. Katzenliebhaber kommen auch auf ihre Kosten: Es gibt sogar eine sprechende Katze, also nicht nur eine sondern ganze Völker! Rowl, der Prinz der Neunpfoten begleitet die Truppe und sorgt mit seiner steifen vornehmen (und eingebildet, wie jede Katze...) immer für einen Lacher. Allein schon, dass er seinen „Menschen“ Bridget „Kleinemaus“ nennt, finde ich wirklich klasse.

Da gibt es noch die charismatische Gwen, die aus ihrem goldenen Käfig ausbricht um der Garde beizutreten und die starke Bridget, die fließend Katzisch spricht mit ihrem Cousin Benedikt. Mit dabei auch Luftschiff Kapitän Grimm und Ätherikermeister Ferus mit seinem Lehrmädchen Folly, die beide eine Vollmeise haben, aber meine beiden Lieblingsfiguren geworden sind.

Am Ende der vollen 768 Seiten war ich wirklich ernsthaft traurig, dass es nun vorbei ist. Ich wollte es gar nicht wirklich wahrhaben... bis ich erfahren habe, dass es wohl der Auftakt einer Reihe ist!! Leider konnte ich keine Infos in Erfahrung bringen, wie und wann es weitergeht. Das Buch war ein bisschen mein Reisebuch und hat mich auf ein paar Zugfahrten begleitet, deshalb habe ich ewig gebraucht es zu lesen. Aber ich habe mich so immer wieder drauf gefreut.

Ich würde mich auf jeden Fall über eine Fortsetzung freuen und kann Steampunk Fans dieses Buch nur ans Herz legen.




=[ Fazit ]=

Ein grandioses Steampunk-Werk, dass definitiv viel mehr Hype verdient hat!! Eines meiner Entdeckungen 2016.





=[ Wertung: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ 5 von 5 ]=

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Rezension - Frost & Payne Band 2 von Luzia Pfyl

FROST & PAYNE
                                    - die mechanischen Kinder

                                                                                           von Luzia Pfyl



Teil 2 - Die mechanischen Kinder

=[ Harte Fakten ]=
  • Greenlightpress 2016 – Ebook 2,49 €
  • 109 Seiten
=[ Worum geht’s denn eigentlich? ]=

Lydia Frost nimmt einen neuen und sehr lukrativen Auftrag an: Der Prototyp einer Waffe ist gestohlen worden und muss nun in wenigen Tagen wiederbeschafft werden. Da soll er nämlich dem Duke vorgeführt werden. Zeitgleich wird wieder eine Leiche aus der Themse gefischt, wieder ein Kind mit mechanischem Körperteil. Madame Yueh macht der jungen Frost ein Angebot, das diese nicht ausschlagen kann und schließlich wird dem Observatorium noch mit einem Bombenanschlag gedroht. Es ist viel los in London und Frost und Payne haben alle Hände voll zu tun.

=[ Meine Meinung ]=

Ich finde den zweiten Teil deutlich schwächer als „Die Schlüsselmacherin“.

Bevor ich Band 2 gelesen habe, haben mich der Titel und vor allem das Cover sehr neugierig gemacht. Alles war so düster und was mag es wohl mit den mechanischen Kindern auf sich haben?

Dann wurde ich leider etwas enttäuscht, denn der Titel hat eigentlich nur wenig mit der Story zu tun. In einer Zwischensequenz begleiten wird kurz ein solches Kind, aus der Themse wird auch wieder eine Leiche mit mechanischen Körperteilen gefunden, aber das wars dann leider auch schon. Warum ist denn ein Schiff auf dem Cover?

Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhänger, aber anstatt Spannung kommt eigentlich dadurch das Gegenteil auf. Fragen über Fragen häufen sich und werden einfach nicht beantwortet, stattdessen bekommen wir einen weiteren Schnipsel von irgendwas, und im nächsten Kapitel wird leider nicht darauf eingegangen. Bei einer Serie, die sowieso monatlich erscheint, muss nun wirklich nicht auch noch jedes Kapitel ultraspannend enden. Ein paar Antworten wären mir persönlich lieber gewesen. So hat man als Leser das Gefühl, einfach nur bei der Stange gehalten zu werden.

Die Charaktere sind mir etwas zu oberflächlich und agieren unlogisch. Payne ist auf der Suche nach seiner Tochter, hat dafür sogar in Kauf genommen, seine Frau für lange Zeit zu verlassen ohne ihr eine Nachricht zu schicken. Und dann plötzlich interessiert die verschwundene Tochter niemanden mehr. Bei einer verschwundenen Tochter setzt man doch Himmel und Hölle in Bewegung, aber das wurde mit „die Polizei konnte nichts tun“ abgetan. Wahrscheinlich weil dieser Handlungsstrang die Serie aufrecht erhalten soll. Finde ich persönlich etwas schwierig. Logischer wäre es doch, volle Kraft voraus nach dem Mädchen zu suchen. Vor allem, wenn der Verdacht nahe liegt, dass sie vielleicht die nächste sein könnte, die mit künstlichen Körperteilen die Themse hinabtreibt.
Madame Yuhe und Michael Chos Reaktionen haben mich total verwirrt, weil ich die beiden wohl völlig falsch eingeschätzt habe.

Der Fall mit dem Prototyp war etwas zu einfach, finde ich. Die Auflösung, das Motiv... da hätte man doch noch viel viel mehr daraus machen können, vielleicht in diesem Fall sogar die Handlung etwas mehr strecken können. Schade ist auch, dass zum Prototyp keine Informationen vorliegen, im technischen Sinne. Wie funktioniert denn diese Technik, die Tesla da entwickelt hat? Wie funktioniert der Aethercom? Das sind ja gerade die interessanten Infos, die das Steampunk Genre auszeichnen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Serie oder Teil 2 der Serie schlecht sind. Es ist nur einfach nicht mein Fall. 

Weitere Rezensionen zeigen, dass Frost & Payne durchaus beliebt sind und ich bin mir sicher, die Serie wird noch viele weitere Anhänger finden.

Ich persönlich werde sie aber wohl nicht mehr weiter verfolgen. Mir sind viele Informationen und Hintergründe wichtig, ich mag ausgeschmückte Szenerien oder Techniken.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, die beiden zu begleiten und ich Wünsche Miss Frost und Mr Payne bei ihren Ermittlungen viel Erfolg ;]


=[ Wertung: ♥ ♥ ♥ 3 von 5 ]=


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Rezension - Frost & Payne Band 1 von Luzia Pfyl

FROST & PAYNE
                                - die Schlüsselmacherin
                                            

                                                                                        von Luzia Pfyl




Teil 1 - Die Schlüsselmacherin


=[ Harte Fakten ]=
  • Greenlightpress 2016 – Ebook 2,49 €
  • 124 Seiten
 =[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Nachdem Lydia Frost sich von „der Organisation“ abgenabelt hat, führt sie nun eine Agentur, die sich auf die Wiederbeschaffung vermisster und verlorengegangener Gegenstände und Personen spezialisiert hat.
Ihre erste Klientin, Mrs. Payne, beauftragt Frost damit, ihren seit Monaten verschwundenen Ehemann wieder zu finden. Doch Lydia Frost muss ein letztes Mal einen Auftrag von Madame Yueh annehmen und ein wertvolles Buch für sie beschaffen.
Der vermisste Jackson Payne ist allerdings ebenfalls hinter dem Buch her. Unverhofft treffen die beiden aufeinander und finden sich gleich in einem Kugelhagel wieder.

=[ Meine Meinung ]=

Die Geschichte klingt vielversprechend, also habe ich mich auf Frost & Payne gestürzt.


Als erster Teil einer Serie ist Frost & Payne der Autorin gut gelungen. Die Charaktere und einige Schauplätze werden eingeführt.  

Viele Fragen bleiben offen. Einige Handlung werden begonnen und nicht mehr weiterverfolgt.
Da dies ja kein One-Shot ist, sondern eine Serie mit mindestens 12 Teilen werden soll, liegt es nahe, dass viele Handlungsstränge erst später zusammenlaufen oder aufgelöst werden. Doch als Leser häufen sich hier die Fragen, ein paar Hintergrundinfos, z.b. zur "Organisation" oder zu den "Dragons" oder einfach nur zu Lydia Frost wären schon schön gewesen.

Die Charaktere... Ja da bin ich mir noch uneins. Sie wirken schon sehr aufgesetzt. Die Rolle der Frau im viktorianischen Zeitalter ist ja durchaus bekannt (und genauso langweilig). Lydia Frost wirkt schon sehr taff und mit allen Wassern gewaschen und chemisch gereinigt und Jackson Payne setzt sogar noch einen drauf. Pinkerton aus New York, viele Geheimnisse, selbstgedrehte Zigaretten, den harten Spirituosen zugewandt. Es ist völlig klar, dass Hauptpersonen nunmal keine unauffälligen grauen Mäuse sind, die in der Welt nicht zurechtkommen (außer man bedient sich am Antihelden), aber die beiden wirken schon sehr aufgesetzt - nicht zuletzt durch die schlagfertigen Wortgefechte, die sie sich liefern. 
Als Leser stellte ich mir viele Fragen während des Lesens, z.B. Wenn Lydia Frost doch unbedingt weg von der Organisation will, warum macht sie dann in der gleichen Stadt, und offenbar nicht weit davon entfernt, eine Agentur auf? Wenn sie doch bekannt ist als Schlüsselmacherin, warum verhaftet sie dann keiner, wo doch viele von der Agentur wissen?

Ich persönlich achte beim Lesen nicht sehr auf Satzkonstruktionen. Sie sind mir eigentlich egal, wenn sich nicht gerade ein Satz über zwei Seiten zieht, oder jeder Satz mit dem Wort "So" beginnt. Bei Frost & Payne beginnen auffallend viele Sätze mit "Frost" und "Payne". Dabei haben die Charaktere doch (sogar sehr schöne) Vornamen. Wahrscheinlich soll dadurch die Story nochmal etwas härter klingen, aber ich finde es macht die Figuren etwas unnahbar. Das ist aber Sache des Stils und was mir daran nicht gefällt, mag ein anderer lieben.

Der erste Teil ist spannend und ließt sich ohne Holpern mühelos an einem Stück und man ist gespannt wie das ungleiche Duo in der Zukunft agieren wird.

Nach dem ersten Band war ich mir nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen möchte. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen mich bei LovelyBooks dafür zu bewerben und habe diesen auch gewonnen. 

Ich hoffe sehr, dass wir vielleicht noch ein paar Schritte mehr Richtung Steampunk gehen und die Charaktere etwas mehr Tiefe bekommen. Vielleicht wartet im nächsten Band ja schon ein spannender Fall. Die Rezension hierzu folgt.

=[ Wertung: ♥ ♥ ♥ ♥ 4 von 5 ]=