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Montag, 21. Oktober 2019

Rezi: Die Träne der Zauberschen


Die Träne der Zauberschen 
von Ian Cushing




[Klappentext]

Ein unheimliches Ereignis verändert das Leben der drei Freunde Dirk, Jan und Marcus von einer Nacht auf die andere. Eine geisterhafte Gestalt droht ihnen grausame Rache für ein Verbrechen an, das vor vierhundert Jahren geschehen ist.
Sie entdecken ein schreckliches Geheimnis, welches ihre Familien seit Jahrhunderten verbindet und müssen erkennen, dass die Sünden der Vergangenheit bis in die Gegenwart überdauert haben. Die Zeit der Rache ist gekommen!

[Meine Meinung]

Puh. Ich muss sagen, darüber musste ich erstmal schlafen. Da hat mein Kollege Ian ganz schön was rausgehauen.

Emotional hat mich das Buch sehr mitgenommen. Der ständige Wechsel der Emotionen ist dem Autor sehr gut gelungen. Die zwei verwobenen Geschichten waren so spannend, dass ich das Buch am Stück durchgelesen habe. Dabei war Vieles vorhersehbar, einiges nicht. Das tat der Spannung aber keinen Abbruch.
Was mich etwas gestört hat, war nicht das Ende direkt, aber einiges auf dem Weg dorthin. Vielleicht wäre hier eine Triggerwarnung angebracht.

Vor allem die Geschichte um Barbara, die sich mit der Hexenverfolgung befasst, macht auf traurige Art bewusst, wie grausam und aussichtslos die Sache damals wirklich war. Auch wenn es kein historischer Roman ist, kann man sich gut vorstellen, dass es damals genau so stattgefunden hat.

Die Horrorelemente, vor allem bei dem Handlungsstrang der Jetzt Zeit sind gut eingesetzt. Die Dialoge sind flüssig und durch Einsatz von Umgangssprache wirken sie nicht so hölzern, wie oft in Romanen.

Es bleibt ein aufwühlendes, gut geschriebenes, teilweise brutales Buch, dessen geniales Cover die Sache aber etwas entschärft.

Wer eine Hexenverfolgungsgeschichte mit Horrorelementen lesen möchte, sollte hier zugreifen. Stellenweise ist das Buch aber sehr brutal und vor allem Mamas sollten sich vielleicht überlegen, ob ihr Nervenkostüm dick genug ist (an dieser Stelle mehr Infos per PN)

Mir hat es gut gefallen und ich freue mich, mehr von Ian Cushing zu lesen.

[Fazit]

Klassischer Fall von "There is more than meets the eye"



Montag, 29. April 2019

Rezi: In Ewigkeit

In Ewigkeit

von Ian Cushing



Ich begleite Ian schon seit seinem Debüt "Fünf Minuten" und konnte nun endlich sein neustes Werk lesen. Es beinhaltet die Kurzgeschichte aus "Fünf Minuten" und schafft es, nochmal ein völlig anderes Licht auf den Protagonisten zu werfen.

[ Klappentext ]

Nach einem Neuanfang in seinem Leben verliert er plötzlich alles, was für ihn noch Bedeutung hat. Inmitten dieses emotionalen Chaos hat er ein phantastisches Erlebnis, aber besitzt er tatsächlich als einziger Mensch das Wissen um das letzte große Geheimnis oder ist es nur ein Traum?

[ Meinung ]

Was hier vor mir liegt ist ein höchst ungewöhnliches Buch welches ich keinem Genre zuordnen kann. Es ist wohl am ehesten ein Thriller mit einem Hauch Mystery.
Und doch hat es viele philosophische Ansätze.
Ian schreibt fesselnd, packend und mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er das alles erlebt und würde es nun niederschreiben - glaubhaft und authentisch. Die Gedanken des Tagebuchschreibers sind schockierend, traurig und vor allem nachvollziehbar. Das ist es, was den Leser schockt. Nicht die Tat des Protagonisten, sondern die plötzliche Empathie mit ihm. Man kann nachvollziehen und verstehen, warum der Schreiber so gehandelt hat.
Das Buch lässt in erster Linie nachdenklich zurück. Man muss erstmal tief Luftholen und hat dann einiges zu besprechen, mit seinem Herz und Gewissen.
Ein wirklich außergewöhnliches, lesenswertes Buch, das bleibt.
Ich wünsche mir mehr von Ian Cushing. Dickere Bücher, noch mehr Hintergründe der Charaktere.

Donnerstag, 31. August 2017

Rezension: Fünf Minuten

Fünf Minuten

                                                            von Ian Cushing





=[ Harte Fakten ]=

- self published
- 6,99 Euro
- 96 Seiten


=[ Worum geht's denn eigentlich ]=

Es handelt sich hier um das Tagebuch eines Mörders.

=[ Meine Meinung ]=

Ian Cushing wollte für mich "eine positive Überraschung" sein und das war er eigentlich von Anfang an. Und das war er zugegebenermaßen von Anfang an. Der Kontakt war super nett und professionell und auch das Buch hat mich total überzeugt - und es handelt sich hier um sein Debüt.

Der Preis 6,99 Euro für ein Minibuch mit 96 Seiten scheint teuer, doch es handelt sich hier um ein self published Buch.

Trivialinformation: Tatsächlich habe ich im Zuge meines Abiturs für eine Arbeit mal ein Tagebuch eines Mörders geschrieben. Da es uns zu blöd war, das auf 20 DIN A 4 Seiten einzureichen...haben wir alles auf eine Karte gesetzt und ein Tagebuch gekauft, es mit Kaffee und Dreck auf alt getrimmt und dann den ganzen Text reingeschrieben. Je nach Gemütslage des Mörders zittrig, manchmal hastig... ja. Kam gut an und 15 Punkte waren mir sicher :B


Jedenfalls finde ich dieses Buch hier toll. Es liest sich gut, schnell und nachvollziehbar. Der namenlose Protagonist und Verfasser des Tagebuchs hat klare Ansichten vom Leben und hatte auch schonmal bessere Zeiten. Als seine Frau einen Herzinfarkt erleidet und seine Mutter wenig später verstirbt, ist er am Boden angelangt. 

Er beschreibt den Verlauf wie aus einem "normalen Menschen", einem liebenden Ehemann, Sohn, Neffen, ein Mörder wird. Stück für Stück, völlig ungewollt und ungeplant. Es passiert einfach. Und zeigt uns wieder einmal, dass es "Schwarz und Weiß" im echten Leben nicht gibt. Das wirft ein schwieriges Thema auf, das immer haufenweise Diskussionsstoff bietet. 



Simple ausgedrückt: Ein Mann, der mit der Axt seinen Vater erschlägt ist ein Mörder. Aber ein Mann der jahrelang von seinem Vater missbraucht und gedemütigt wurde, geschlagen und eingesperrt wurde, und ihn dann mit einer Axt erschlägt, ist immer noch ein Mörder. Aber ein verstandener. Jeder Mensch hat ein eigenes Rechtsempfinden, aber ein Mörder bleibt ein Mörder - laut Gesetz. 

Bei unserem Mörder hier verschwimmen die Grenzen. Der Leser sympathisiert, versteht und gibt ihm vielleicht innerlich ein bisschen recht, auch wenn es nicht "recht" ist. 

"Fünf Minuten" löst also im Kopf einen tollen Konflikt aus, über den man nachdenkt, seinen Standpunkt abwägen muss und sich vielleicht - so wie ich - mit jemandem darüber unterhalten muss. 

Ganz davon abgesehen, hat Ian Cushing einen tollen Schreibstil und ich würde mir wünschen, einen 300 Seiten langen Thriller von ihm zu lesen! Es hätte hier auch ruhig etwas mehr sein können! Etwas abgewandelt wäre es ein sicher noch besserer und längerer Thriller geworden.

Ein Kritikpunkt für mich: Das Cover. Das passt leider überhaupt nicht - was echt schade ist! Vielleicht hätte es einfach die Optik eines Tagebuchs haben sollen. Fänd ich interessanter. Also so hätte ich im Buchladen nicht nach dem Buch gegriffen, bin aber froh, dass ich jetzt lesen durfte!


=[ Fazit ]=

Ein toller Minithriller für einen verregneten Herbstabend!

=[ Wertung: ♥♥♥♥ 4 von 5 ]=