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Montag, 23. Juli 2018

Rezi: Starship

Starship - Verloren im Weltraum

von Brian Aldiss



" Es muss die Pflicht von euch allen sein, wenn ihr aufwachst, zu versuchen, mehr über unsere Welt herauszufinden " - Starship

=[ Harte Fakten ]=

- Mantikore-Verlag
- 660 Seiten
- 13,95 €

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Ein gigantisches Raumschiff driftet seit Jahrhunderten scheinbar ziellos durch Raum und Zeit. Allmählich haben Schlingpflanzen das Innere des Schiffs überwuchert und die Nachkommen der ursprünglichen Besatzung sind in primitive Strukturen zurückgefallen. Das Wissen um Technik, den Weltraum – ja sogar wer sie sind und woher sie kommen – ist in Vergessenheit geraten. Roy Complain ist einer der Bewohner des Schiffs. Als Roys Frau von einer verfeindeten Gruppe entführt wird, verlässt er seinen Sektor. Auf seiner Suche trifft er nicht nur auf bizarre Lebensformen, sondern entdeckt Hinweise auf den Ursprung ihrer Mission …

=[ Meine Meinung ]=

Wieder ein Klassiker, den ich lesen durfte! Vielen Dank, Mantikore Verlag!


Eins muss ich vorab wieder sagen "Starship" wurde erstmals 1958 veröffentlicht. Das merkt man diesem Werk aber fast nicht an. 

Der Autor schafft es eine Geschichte im Weltraum zu schreiben, ohne dabei den Weltraum zu beschreiben - Clever! 

Tatsächlich befinden sich unsere Protagonisten hier auf einem riesigen Sternenschiff, das innen fast nicht mehr als ein solches zu erkennen ist. Es ist so weitläufig, dass sich verschiedene Stämme das Schiff teilen. Von Weltraum ist lange nichts zu spüren, dafür mehr von Dschungel. In der Tat ließt sich der Anfang wie ein Abenteuerroman und wenn das Buch nicht "Starship" heißen würde, würde niemand auf die Idee kommen, dass es sich um ein solches handelt.

Die Handlung kommt gut in Gang und die Protagonisten sind übersichtlich und ausdrucksstark. Vor allem kommt gut zum Ausdruck, welche Werte die Stämme gegenüber uns jetzt haben, und das sich diese von unseren stark unterscheiden, zum Beispiel die Frauen betreffend.  

Ich hätte mir ein bisschen mehr Star und weniger Ship gewünscht, muss aber sagen, dass dieser Klassiker sehr gut gealtert ist. Man kann ihn heute noch gut mit Spannung lesen.


=[ Wertung: 4 von 5 ]=

Samstag, 28. April 2018

Rezension: Der Unsichtbare

Der Unsichtbare

von H.G. Wells




=[ Harte Fakten ]=

- Mantikore Verlag 2018
- Taschenbuch 13,95 Euro
- 330 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=


Ein junger Wissenschaftler entschlüsselt das Geheimnis, wie man unsichtbar wird. Zunächst ist er begeistert von seiner neuen Entdeckung, doch als er das Experiment an sich selbst durchführt, wird ihm klar, dass unsichtbar sein nicht heißt, unangreifbar zu sein. In seiner Verzweiflung sehnt er sich nach einer Möglichkeit, den Prozess umzukehren, und landet in einem kleinen Dorf, wo er meint, dass er in Frieden arbeiten kann. Als sein Geheimnis jedoch auffliegt, beginnt eine Abwärtsspirale des Schreckens und der Gewalt.
Was zunächst schon fast komödienhaft beginnt, verwandelt sich in Wells‘ bahnbrechendem Roman alsbald in eine psychologischen Albtraum, der auch nach mehr als 100 Jahren seine Wirkung nicht verfehlt und die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt. (mantikoreverlag.de)

=[ Meine Meinung ]=
Schon viel gehört und doch niemals gelesen. "Der Unsichtbare" ist ein echter Klassiker und sollte fast zu den vergessenen Büchern zählen *am Kinn kratz*
Die Story klingt jedenfalls spannend und so hab ich mich endlich mal rangetraut an diesen Klassiker. Leider wurde ich - wie wahrscheinlich viele andere - enttäuscht. Spannung kommt kaum auf, weil wir einfach 2018 zu abgestumpft sind. Okay, da ist jemand unsichtbar - so what? In Comics, Comicverfilmungen und auch anderen Fantasy und Horrorwerken schon gefühlt tausendmal behandelt, ist das Thema auch einfach durch. Man darf aber nicht vergessen, dass es damals heftig war. Oh mein Gott der ist unsichtbar! 
Deshalb reagieren die Personen im Roman auch teilweise total bekloppt oder sind erstaunt oder verlassen in Horror fluchtartig das Gebäude.
Früher konnte man irrationales Verhalten oder Jähzorn einfach noch mit "Wahnsinn" erklären. Und scheinbar hat dann auch keiner mehr so recht nachgefragt. Heute unvorstellbar. 
So ganz wird die Motivation von Griffin nicht klar, zumindest mir nicht. Und einen "psychologischen Albtraum" habe ich nun auch nicht erlebt. Man muss sich einfach wirklich in die Zeit zurückdenken, Ende der 1890er Jahre.
Was vor über 100 Jahren wahrscheinlich als der heiße Scheiß gehandelt wurde, kann heute keinen mehr schocken. Naja doch, es ist schockierend langweilig im Vergleich zu modernen Horrorromanen. 
Ein paar Illustrationen gibt es auch und meiner Meinung nach sind sie ausreichend, haben einen schönen Stil und werten das Buch auf jeden Fall auf. Am Anfang eines jeden Kapitels ist ein Portraitbild des Unsichtbaren zu sehen. Da hätte man sicher auch variieren können, aber das stört mich persönlich jetzt nicht so wahnsinnig. 
Eine Anmerkung noch: Vor der eigentlichen Geschichte ist ein Vorwort gedruckt. Ich muss sagen, ich lese grundsätzlich keine Vorwörter, weil ich dadurch schon mal gespoilert wurde und das ist hier wohl auch etwas der Fall. Dieses Vorwort habe ich sogar gar nicht gelesen, weil ich es dann einfach vergessen habe. Upsi.
Zusammenfassend kann ich sagen: Ein Buch, das damals sicher mehr eingeschlagen ist.  Heute leider sehr eingestaubt und langweilig. Ein paar gute Ideen waren dennoch vorhanden und auch sehr interessante Fragen was die Unsichtbarkeit betrifft wurden beantwortet. Deshalb gibt es von mir 2,5 Herzchen 
=[ Fazit ]=
Leider ist "Der Unsichtbare" nicht gut gealtert.
=[ Wertung: 2,5 von 5 ]=

Montag, 9. April 2018

Rezension: Die Stunde der Helden

Die Stunde der Helden

von Jörg Benne




=[ harte Fakten ]=


- Mantikore-Verlag 2018
- Taschenbuch 13,95 Euro
- 340 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Huk, Wim und Dalagar sind in den düsteren Nordlanden als "die Helden" bekannt. Deshalb ist der junge Geschichtensammler Felahar begeistert, als er sich ihnen als Chronist anschließen darf, um aus erster Hand von ihren Taten zu berichten. Enttäuscht muss er feststellen, dass ihr Alltag weniger heldenhaft ist, als gedacht. Doch dann hält das Schicksal ein Abenteuer für das Quartett bereit, bei dem jeder von ihnen beweisen muss, ob er zum wahren Helden taugt. (Amazon)

=[ Meine  Meinung ]=

Ein Buch, das mir der Autor persönlich aufgeschwatzt hat! :P

Eigentlich wollte ich ein ganz anderes kaufen, aber als ich den Autor auf der LBM dann am Stand getroffen habe, bin ich mit diesem hier nach Hause gegangen! Völlig zurecht. Es hat sich irgendwie durchgesetzt, obwohl sich hier die Rezi-Exemplare stapeln. In zwei Tagen war es durch und rückblickend betrachtet, war es leider schon nach zwei Tagen durch...

Bereichert durch in jeder Hinsicht außergewöhnliche Charaktere wird hier eine anfangs lustige Geschichte erzählt, die den Leser mit gemischten Gefühlen zurück lässt. 

Die Helden der Geschichte sind derart markant und heben sich vom typischen Protagonisten-Einheitsbrei komplett ab, sodass sie wirklich jedem im Gedächtnis bleiben. Obwohl sie nicht dem Idealbild entsprechen, vor allem der feige Fela nicht, erschleichen sie sich einen Platz im Herzen und wachsen recht bald über sich hinaus. 

Es hat mir wirklich gut gefallen und es ist jetzt klar, dass ich "Das Dämonengrab" auch noch lesen muss!

Jörg Benne's Botschaft kam bei mir an und hätte auch gar nicht so subtil sein müssen. Es hat mir riesen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und mich wieder daran erinnert, dass wir zu so viel mehr fähig sind als wir glauben.

Jeder von uns kann ein Held sein, man muss sich nicht unbedingt bewusst dafür entscheiden. 

 =[ Fazit ]=

Eine tolle Geschichte mit noch viel tolleren Charakteren, die einem im Gedächtnis bleiben.

=[ Wertung: 5 von 5 ]=